Wie die Motivation beim Sport die spätere Fitness prägt
Allein in Deutschland sind mehr als zehn Millionen Jugendliche und junge Erwachsene in Sportvereinen aktiv. Die Motivation, sich zu bewegen, ist jedoch sehr unterschiedlich: abschalten, Spaß haben, sich mit anderen messen.
Australische Forscher der Flinders University in Adelaide haben jetzt untersucht, welchen Einfluss die Einstellung zur körperlichen Aktivität auf die spätere Fitness hat – und leiten daraus Empfehlungen für Sport- und Bewegungsangebote ab.
Für ihre Studie hatten die Forscher mehr als 1000 junge Menschen im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt. Sie mussten unter anderem angeben, wie wichtig sie bestimmte Ergebnisse ihrer sportlichen Aktivitäten einschätzten. Die Forscher begleiteten die Jugendlichen über drei Jahre und ermittelten schließlich deren Fitness mithilfe eines standardisierten Ergometertests auf dem Fahrrad.
Demnach sind Jugendliche mit 17 Jahren deutlich fitter, wenn sie körperliche Aktivität bereits mit 14 als angenehm und sozial wertvoll wahrnehmen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Child: Care, Health and Development“. Besonders wichtig sind intrinsische Motive wie etwa Freude an Bewegung, das Gefühl, etwas für die Gesundheit zu tun, fit zu bleiben und Zeit mit Freunden zu verbringen. Diese Faktoren erwiesen sich über Jahre hinweg als besonders stabil und bedeutsam.
Jugendliche, die vor allem durch Wettbewerb, äußere Belohnungen, Druck oder Angst motiviert waren, schnitten dagegen schlechter ab. Studienleiterin Mandy Plumb, Professorin für klinische Sportphysiologie, sagte: „Wenn Jugendliche körperliche Aktivität als vergnüglich, sozial und gesundheitsfördernd empfinden, ist es wahrscheinlicher, dass sie auch im späteren Jugendalter eine dauerhafte Fitness entwickeln.“
Viele wollen ihr Aussehen verbessern
Ein auffälliger Befund betrifft das Aussehen: Der Wunsch, durch Sport das eigene Erscheinungsbild zu verbessern, war der einzige Motivationsfaktor, der bei Jungen und Mädchen bis zum Alter von 17 Jahren zunahm. Plumb erklärte dies mit der normalen Entwicklung im Jugendalter, in der die eigene Körperwahrnehmung und die Wahrnehmung durch andere wichtiger werden.
Die Studie fand zudem deutliche Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Jungen waren eher fitter, wenn sie durch Wettbewerbe und Siege angespornt wurden. Mädchen dagegen erreichten bessere Fitnesswerte, wenn sie Sport mit Spaß, Gesundheit, Gewichtskontrolle und einem unterstützenden sozialen Umfeld verbanden.
Einheitliche Ansätze für Jugendsport- und Bewegungsprogramme funktionierten daher nicht, erklärte Plumb. Sie appellierte an Eltern, Schulen, Trainer und politische Entscheidungsträger, entsprechende Aktivitäten gezielter auszurichten. Besonders problematisch ist laut Studie die Angst vor Spott und Mobbing. Mädchen, die fürchteten, wegen ihrer sportlichen Aktivität ausgelacht zu werden, waren deutlich weniger fit.
„Programme, die Spaß, Freundschaft und Wohlbefinden in den Vordergrund stellen, sind möglicherweise effektiver als solche, die sich ausschließlich auf Wettbewerb oder Leistung konzentrieren“, sagte Plumb. Wettkampf ist zwar nicht grundsätzlich schlecht, aber eben nicht für alle gleich wirksam.
Die Reduzierung von Druck, Mobbing und übermäßigem Wettbewerbsdruck könnte insgesamt mehr jungen Menschen helfen, im Jugendalter und als junge Erwachsene aktiv und fit zu bleiben – und auch damit späteres Übergewicht zu verhindern.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke