Nordrhein-Westfalen hat abgestimmt. Die Bewohner haben „Ja“ gesagt. Ja zu einer Bewerbung um die Olympischen Spiele. Ja zu den Vorteilen, die das größte Sportevent der Welt mit sich bringt. Ja zu Veränderungen. Es ist ein Ja in pessimistischen Zeiten, in denen hierzulande viel zu oft und reflexartig nein gesagt wird.

Statt Chancen zu sehen, greift seit Jahren der deutsche Reflex: „Das ist viel zu teuer. Das schaffen wir eh nicht. Wir haben doch ganz andere Probleme.“ Die Bewohner der betroffenen Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben mit ihrer Abstimmung bewiesen, dass es auch anders geht. Zum Glück. Einfach mal machen.

Es ist immer einfacher, nein zu sagen und die Angst vor Neuerungen gewinnen zu lassen. Natürlich kostet die Ausrichtung der Spiele Geld. Und nicht jeder investierte Euro wird auch nach Olympia wieder in die Kassen zurückfließen. Auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat Deutschland viele Millionen gekostet. Hätte man deswegen darauf verzichten sollen? Die Bilder, die vom Sommermärchen um die Welt gingen, geben eine eindeutige Antwort: nein.

Münchens Bürger haben für eine Olympia-Bewerbung 2036, 2040 oder 2044 gestimmt. Das Ergebnis der Bürgerbefragung fällt überraschend deutlich aus. Experten hatten mit einem knapperen Ergebnis gerechnet.

In Hamburg sind es vor allem Anhänger einer Partei, die für sich in Anspruch nimmt, deutsche Interessen in vorderster Front zu vertreten, die gegen Olympia sind. 57 Prozent der AfD-Anhänger sprachen sich in einer repräsentativen Online-Umfrage des NDR gegen eine Olympia-Bewerbung aus. Dagegen zu sein, ist eben einfacher als konstruktives Gestalten.

Auch in Berlin sprachen sich AfD-Anhänger mehrheitlich gegen die Olympischen Spiele aus. Genauso wie die Wähler der Linken. Anhänger der SPD, CDU und der Grünen sind den Spielen gegenüber mehrheitlich positiv eingestellt.

Paris zeigt die positiven Wirkungen der Spiele

Welche Wirkung Olympia haben kann, haben die Spiele von Paris 2024 eindrucksvoll gezeigt. Die Stadt profitiert nachhaltig von den Infrastrukturmaßnahmen. Der Ausbau der U-Bahn, Aufwertungen des Stadtgebiets und bessere Verkehrsanbindungen kommen den Menschen in der Hauptstadt auch noch zugute, nachdem das olympische Feuer erloschen ist. Kinder profitieren von modernisierten Breitensport-Stätten, mehr Sportangeboten und einer stärkeren Aufmerksamkeit für den Sport.

Hamburg, NRW, München oder Berlin – wer immer der deutsche Olympia-Kandidat wird, die Macher der Bewerbung haben eine wichtige Aufgabe: Sie müssen verantwortungsvoll mit der Zustimmung der Bürger umgehen. Sie müssen transparent mit den Kosten umgehen, die Sorgen der Bürger ernst nehmen und realistisch aufzeigen, welche Zumutungen Baumaßnahmen im Vorfeld der Spiele mir sich bringen.

Nur so können sie verhindern, dass der deutsche Reflex doch noch greift und das Nein wieder gewinnt.

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