Der Herten-Fall – Die Stadt, die nichts von Olympia wissen will
Die Ergebnisse sprechen eine ebenso klare wie überraschende Sprache. Mit großer Mehrheit haben sich die Bewohner Nordrhein-Westfalens für eine Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele ausgesprochen. Ganz Nordrhein-Westfalen? Nein! Eine von olympia-desinteressierten Menschen bewohnte Stadt will nichts von den Sommerspielen wissen – Herten.
Als einzige von 17 Kommunen wurde in Herten nicht das erforderliche Quorum von 15 Prozent erreicht, hier stimmten 12,55 Prozent aller Wahlberechtigten mit Ja. Zu wenig- Sollte NRW den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bekommen, ist Herten nur Zuschauer.
Insgesamt beteiligten sich rund 1,4 Millionen Menschen an der Abstimmung, das ist rund ein Drittel der Teilnahmeberechtigten. Die größte Zustimmung gab es in Mönchengladbach und Gelsenkirchen mit jeweils 75 Prozent.
Auch in Herten waren 74 Prozent für die Bewerbung, jedoch stimmten einfach zu wenige Bewohner ab. Der Plan sah eigentlich vor, dass in der 60.000-Einwohner-Stadt die Mountainbike-Wettbewerbe stattfinden. Geschehen sollte dies auf der höchsten Erhebung, der 152,5 Meter hohen Halde Hoheward im Emscherbruch. Jetzt fällt Herten aus der NRW-Bewerbung heraus. Allerdings sollen Ausweichkonzepte mit alternativen Sportstätten bereitstehen.
Hier hätten olympische Mountainbike-Rennen stattfinden können – die Halde Hoppenbruch in Herten„Olympia steht für Chancen, Entwicklung und große Träume – auch für die nächste Generation in Herten. Jetzt mitentscheiden und abstimmen“, warb die Stadt auf ihrer Homepage. Hertens Bürgermeister Fred Toplak von der TOP-Partei war vom Ergebnis enttäuscht. Es sei nicht gelungen, genügend Menschen zur Teilnahme zu bewegen, sagte er. Viele Bürger seien offenbar verunsichert gewesen, wer die Kosten für die Olympischen Spiele tragen würde.
Toplak ist seit 2025 Bürgermeister Hertens, er setzte sich in der Stichwahl gegen seine Konkurrentin von der SPD durch.
Fred ToplakGemessen an der Fördermenge war Herten, das drei Bergwerke hatte, die größte Bergbaustadt Europas. Der Abraum, der beim Abbau der Kohle anfiel, wurde im Süden der Stadt aufgeschüttet – es entstand die Bergehalden Hoppenbruch, Emscherbruch und Hoheward. Die letzte Zeche im Hertener Stadtgebiet wurde 2008 geschlossen.
Sport spielte tatsächlich keine große Rolle in der Historie der Stadt. Die Erfolge der Hertener Sportvereine sind überschaubar. Die Rollhockey-Abteilung der DJK Spvgg Herten feierte in den 1960er und 1970er Jahren mehrere deutsche Meistertitel. Der Basketball-Klub Hertener Löwen spielte von 2005 bis 2007 in der zweiten Liga.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke