Wollitz boykottiert TV-Sender
Als das Spiel vorüber war, bildeten die Spieler von Energie Cottbus am Sonntagnachmittag einen Kreis. Claus-Dieter Wollitz, ihr Trainer, kam dazu. Er sprach zu seiner Mannschaft. Kurz und knapp, am Ende ließ er sie wissen, dass man sich erst am Mittwoch um 11 Uhr wieder zum Training treffen werde. Jubel brandete auf. Zwei freie Tage als Lohn für eine fulminante Aufholjagd im Heimspiel gegen Rot-Weiß Essen. 1:3 hatte Energie bereits zurückgelegen, ehe die Lausitzer das Spiel drehten und 5:3 gewannen.
Ein wichtiger Dreier im Kampf um den Zweitliga-Aufstieg. Cottbus liegt vier Spieltage vor Saisonende mit 63 Punkten auf Platz drei, den Relegationsrang. Vorn ist Osnabrück mit 70 Punkten, auf Platz zwei Essen mit 64.
So spendabel sich Energie-Trainer Wollitz mit Blick auf seine Mannschaft gab, so wenig auskunftsfreudig gab er sich. Ausgerechnet er, der sonst bei Pressekonferenzen oder auch in Interviews gern mal ausholt. Am Sonntag indes äußerte sich der 60-Jährige weder vor noch nach der Partie bei MagentaSport, das sich mit der ARD und deren Dritten Programmen die Rechte an der Übertragung der 3. Liga teilt.
Hattrick binnen neun Minuten
Offenbar war sein Boykott, den der übertragende Sender bedauerte, eine Reaktion auf das Interview nach der Partie in der vergangenen Woche bei Tabellenführer Osnabrück (0:1). Wie Wollitz auf der Pressekonferenz am Freitag vor der Partie gegen RWE betont hatte, fühlte er sich „lächerlich gemacht“, weil er danach gefragt wurde, ob Energie auf die Niederlage nun eine Reaktion zeigen müsse.
Komplette Ekstase nach dem dritten Tor von Tolcay Cigerci, der seinen Trainer Claus-Dieter Wollitz auf den Armen hatAuch bei der Pressekonferenz nach der Partie war der 60-Jährige am Sonntag ungewöhnlich kurz angebunden und verzichtete nahezu komplett auf eine Analyse der Partie. Stattdessen betonte er lediglich, dass er sich der Einschätzung von RWE-Coach Uwe Koschinat „aus allerhöchstem Respekt“ anschließe und beide Mannschaften Werbung für den Fußball betrieben hätten. Auch auf zwei Nachfragen antwortete Wollitz lediglich in aller Kürze und ohne wirklichen Inhalt.
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Als er etwa nach der Leistung von Tolcay Cigerci gefragt wurde, der mit drei Toren binnen neun Minuten für die Wende in der Partie gegen Essen gesorgt hatte, meinte Wollitz lediglich: „Ich habe von allen Spielern, sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite, Werbung für den Fußball gesehen.“ Auf einen von seinem Verteidiger Axel Borgmann in den Raum gestellten „Schlüsselmoment“ im Aufstiegskampf angesprochen, gab sich Wollitz ebenfalls einsilbig: „Ich weiß nicht, welchen Schlüsselmoment er meint. Wenn ich ihn sehe, frage ich ihn.“
Dabei war klar, was Borgmann meinte. Denn als RWE kurz nach der Pause das 3:1 erzielte, schien die Partie eigentlich schon gelaufen. Sieben Punkte lag Energie zu diesem Zeitpunkt hinter Essen und einem direkten Aufstiegsplatz. Doch dann traf Cigerci erst per Elfmeter, dann mit einem direkt verwandelten Freistoß und einem Schlenzer ins Toreck.
Natürlich freute das auch seinen Coach, der mit Verweis auf das Energie-Gastspiel in Osnabrück am vergangenen Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Essen-Spiel mangelnden Respekt im Umgang mit Energie Cottbus beklagt. Unter anderem kritisierte Wollitz, dass weder bei der Ankunft noch der Abfahrt ein Ordner beim Mannschaftsbus gewesen sei. Entsprechend sei die Mannschaft noch vor dem Stadion „unzähligen Beleidigungen“ von Osnabrücker Fans ausgesetzt gewesen.
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