Statt mit Schampus hat er auf der Tribüne mit einem Bier auf die 35. Meisterschaft seiner Bayern angestoßen. „Weil das besser zum Fußball passt und mir auch besser schmeckt“, sagt Uli Hoeneß am Tag nach der Titelparty zu „Bild“.

Was hat ihn an diesem Titel besonders beeindruckt? Hoeneß: „Dass die Mannschaft in der Geschichte des FC Bayern noch nie so geeint war wie jetzt. Es gibt in dieser Mannschaft überhaupt keine Grüppchen. Da zählen nicht nur die Spieler zu, sondern auch das gesamte Trainerteam, die Masseure und auch Max Eberl (Sport-Vorstand/d.Red.) und Christoph Freund (Sportdirektor).“

Gefühlsausbruch – Kompany feiert die Meisterschaft

Diese Einheit hat der Klub neben den Spielern vor allem Vincent Kompany zu verdanken. Der Erfolgstrainer kam 2024 gefühlt als Kandidat Nummer acht nach München vom Premier-League-Absteiger FC Burnley und ist jetzt auf dem Weg, den Klub wieder zur Nummer eins in Europa zu machen.

Hoeneß: „Als wir Vincent verpflichtet haben, haben ja alle gedacht: Wie soll einer, der von einem Absteiger aus England kommt, die Bayern führen? Das haben ihm ja viele nicht zugetraut.“

„Da wusste ich, dass es gut wird“, sagt Hoeneß über Kompany

Er selbst war nach dem ersten Treffen schon nach einer halben Stunde voll vom Belgier überzeugt. Hoeneß: „Wir haben uns im Käfer mit Vincent, seinem Vater, Herbert Hainer, Max Eberl und Christoph Freund zum Essen getroffen. Nach einer halben Stunde habe ich Max unter dem Tisch am Knie gepackt und den Daumen hoch gemacht. Da wusste ich und habe gespürt, dass es gut wird und Vincent der richtige Mann für uns ist.“

Was hat ihn besonders überzeugt? Hoeneß: „Dass Vincent das Wort Arbeit in den Mittelpunkt seiner Analyse gestellt hat. Das hat mir sehr gefallen und könnte auch ein gutes Beispiel und Vorbild für unser Land sein. Manche glauben ja, dass alles auch mit weniger Arbeit geht – aber das ist komplett falsch. Der Vincent ist jeden Morgen um 7.30 Uhr hier und abends einer der Letzten. Man sieht, dass er einfach Spaß hat, und er hat auch nie angefangen zu jammern, wenn ein Spieler mal verletzt war. Er hat hier jeden einzelnen Spieler besser gemacht. Auch Harry Kane und das ist die eigentliche Kunst.“

Zwei Titel will der FC Bayern, der in dieser Saison den eigenen Torrekord aus der Saison 1971/72 mit 101 Toren (aktuell 109) gebrochen hat, noch holen. Im Pokal-Halbfinale geht es Mittwoch nach Leverkusen. Im Champions-League-Halbfinale wartet mit Paris die – neben Bayern – formstärkste Mannschaft Europas.

In der Kabine hat Kompany ein neues Fußball-Gesetz beim FC Bayern etabliert: „Jeder Titel ist der Erste.“ Mit diesen fünf Worten treibt er die Spieler immer wieder zur Topform. Auf die Art und Weise, wie er das schafft, werden die Bosse sicher nicht das letzte Mal angestoßen haben.

Der Artikel wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, SPORT BILD, BILD) verfasst und zuerst in BILD veröffentlicht.

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