Sie ermöglichen präzises Profiling, gerade im Urlaub. Kartenzahlungen verraten alles. Algorithmen analysieren in Echtzeit, wann, wo und wie oft Urlauber ihre Karten wofür einsetzen.

Das ist gut für die Sicherheit, schlecht für Betrüger – und hat den Nebeneffekt, dass das Nutzerverhalten so transparent wird wie geschliffenes Murano-Glas aus Venedig, das man gerade gekauft haben.

Und da inzwischen 54 Prozent der deutschen Urlauber, so eine aktuelle Umfrage der Norisbank, mit einer klassischen Kreditkarte oder einer Debitkarte mit Kreditfunktion zahlen, lassen sich aus den Abermillionen Transaktionen spannende Rückschlüsse auf das tatsächliche Reiseverhalten der Deutschen im Ausland ziehen.

Transaktionen: Wie ein offenes Buch

Das Kreditkartenunternehmen Visa hat, natürlich strengstens anonymisiert, genau das getan: Was treiben die konsumfreudigen Urlauber eigentlich so den lieben, langen Tag in welchen Reisezielen? Und es wurde ausgewertet bis ins kleinste Detail – das ist wie ein offenes Buch, ein Urlaubstagebuch eines ganzen Landes auf Achse.

Was genau wird pro Kauf per Kreditkarte durchschnittlich ausgegeben, etwa für Unterkunft, Outdoor, Duty-free-Shops, Mode oder für ein Bierchen in der Bar?  Aus den Abermillionen Transaktionen des Jahres 2025 zeigen sich da ganz deutliche Vorlieben.

Bei Outdoor beispielsweise ist das Reiseziel Kroatien der Überflieger. Die Ausgaben der deutschen Urlauber für Segeltörns, Tauchgänge oder auch Nationalparktouren sind überdurchschnittlich gewachsen – mit einem Plus von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In Griechenland mag man es gemütlicher. Dort wird das meiste Geld in Tavernen und Bars angelegt. Das lässt sich gut nachvollziehen: Ein Sundowner mit Blick auf die Ägäis, was will man mehr. 32 Prozent aller deutschen Kartenausgaben in Griechenland landen bei Gastronomen.

Wer in die Türkei fliegt, reist demnach mit quasi leeren Koffern an, um sie vor Ort aufzufüllen. 49 Prozent der gesamten deutschen Kartenausgaben in der Türkei landen in Modeboutiquen.

Mallorca-Kaufrausch

Und wie schaut es auf Mallorca aus, dem Lieblingssommerziel? Gibt es dort bei den deutschen Gästen auch ein Verhaltensmuster, das auffällt?

Sicher ist: Von den Kartenzahlungen her ist die Insel so fest wie nie zuvor in den Händen der Deutschen und Briten. Je 23 Prozent entfallen auf diese beiden Nationen, der Rest der Ausgaben verteilen sich auf Urlauber aus allen anderen Ländern.

Während die Briten, wie erwartet, das meiste Geld in Bars, Clubs und Gastronomie verjubeln, investieren deutsche Urlauber überdurchschnittlich viel in Shopping – mit gut einem Drittel aller Ausgaben. Da wird in Kauflaune auch mal das Limit ausgereizt: Mallorca führt nämlich bei den abgelehnten Transaktionen.

„Wahre Kassenmagneten“

Die absoluten Gewinner, was die Ausgaben betrifft, liegen in vier Top-Zielen: die Balearen, Trentino-Südtirol, die dalmatinische Adriaküste in Kroatien und Tirol. Sie seien „wahre Kassenmagneten“ mit dem höchsten Ausgabevolumen, heißt es in der Studie. 

Doch es gibt auch überraschende Aufsteiger abseits der Klassiker. Der Shootingstar in Europa heißt Albanien, mit 75 Prozent höheren Ausgaben der Urlauber aus Deutschland, gefolgt von Bosnien und Herzegowina mit 43 Prozent und Bulgarien mit 40 Prozent.

Bei den Fernzielen ist Japan der große Gewinner – mit 59 Prozent mehr Ausgaben katapultiert sich das Land zum Trendziel der Deutschen.

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