Hubert Aiwanger (55) ist tot. Nach Informationen der „Bild“ wurde der Freie-Wähler-Chef und bayerische Wirtschaftsminister in einem Berliner Hotel entdeckt. Quellen aus der bayerischen Staatsregierung und der Berliner Polizei haben der Zeitung den Tod des bayerischen Politikers bestätigt.

Zu der Todesursache ist noch nichts bekannt. Am Nachmittag hätte er bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten sollen, hieß es. Aiwanger habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen.

Aiwanger blieb demnach im Hotel „Neuer Fritz“ in Berlin-Mitte. Später sei er dann nicht mehr erreichbar gewesen und sei schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben in der Bundeshauptstadt ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ziel sei es, „die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen“, erklärten die Ermittler am Mittwochabend.

Markus Söder (CSU) und Hubert Aiwanger (Freie Wähler) unterzeichnen 2018 den Koalitionsvertrag

Aiwanger war im Kabinett von Markus Söder (CSU) als Wirtschaftsminister tätig und zudem stellvertretender Ministerpräsident von Bayern.

Er wurde am 26. Januar 1971 im niederbayerischen Ergoldsbach geboren. Der 55‑Jährige war über viele Jahre das Gesicht der Freien Wähler in Bayern und führte die Partei schließlich in die Landesregierung.

Seit 2006 war er Vorsitzender des bayerischen Landesverbandes, 2010 übernahm er zusätzlich den Bundesvorsitz der Freien Wähler. 2008 zog er erstmals in den Bayerischen Landtag ein und übernahm den Vorsitz der Landtagsfraktion, die er bis zum Eintritt in die Regierung 2018 führte.

Aiwanger hinterlässt Lebensgefährtin und zwei Söhne

Nach der Landtagswahl bildeten die Freien Wähler erstmals eine Koalition mit der CSU. Unter Ministerpräsident Markus Söder wurde Aiwanger stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

Nach der Wahl 2023 wurde die Koalition zwischen CSU und Freien Wählern unter Söder fortgesetzt, Aiwanger behielt seine Ämter. Inhaltlich machte er sich vor allem mit scharfer Kritik an der Migrationspolitik der Bundesregierung sowie an deren Energie- und Wirtschaftspolitik einen Namen.

Aiwanger war nicht verheiratet. Er lebte aber mit Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger, mit der er zwei gemeinsame Söhne hat, zusammen.

Verdächtigungen wegen Flugblatt aus Schulzeit

2023 geriet der Freie-Wähler-Chef kurz vor der Landtagswahl wegen eines antisemitischen und rechtsextremen Flugblatts aus seiner Schulzeit unter erheblichen politischen Druck. Die sogenannte Flugblatt-Affäre war durch einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ ins Rollen gebracht worden. Dabei ging es um ein Papier, das bei Aiwanger zu Schulzeiten gefunden worden war. Sein Bruder bekannte kurz danach, das Pamphlet geschrieben zu haben.

Mehrere Medien berichteten damals, dass ein ehemaliger Lehrer, ein SPD-Mitglied, das Flugblatt weitergegeben haben soll. Bei der Staatsanwaltschaft gingen mehrere Strafanzeigen wegen der Verletzung von Dienst- und Privatgeheimnissen ein. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hielt zu seinem Wirtschaftsminister.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke