Die Erfolgsautorin und promovierte Juristin Juli Zeh hat um ihre Entlassung als ehrenamtliche Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gebeten.

Sie habe den Schritt in einem Schreiben an Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) mit der „hohen Arbeitsbelastung durch berufliche Verpflichtungen“ begründet, teilte der Landtag in Potsdam am Mittwoch mit. Liedtke werde dem Antrag unverzüglich nachkommen. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ berichtet.

In dem Brief bedauerte Zeh, dass sie nicht mehr das notwendige zeitliche Engagement für das Ehrenamt aufbringen könne. Sie gehörte dem Gericht seit 2019 an, ihre Amtszeit hätte regulär bis 2029 gedauert.

Die 52-Jährige, die in Bonn geboren wurde und im brandenburgischen Dorf Barnewitz lebt, hat Rechtswissenschaften studiert. Sie ist Mitglied der SPD, die Sozialdemokraten hatten sie für das Richteramt vorgeschlagen. Mit bürgerlichem Namen heißt Zeh Julia Barbara Finck. Kürzlich veröffentlichte sie ihren neuen Roman „Pony Show“.

2019 hatte Zeh zu ihrem Amt gesagt: „Als Verfassungspatriotin ist es mir eine Herzensangelegenheit, dem Rechtsstaat auf diese Weise zu dienen.“

Verfassungsgericht arbeitet vorerst mit acht Mitgliedern weiter

Das Gericht mit Sitz in Potsdam wacht über die Einhaltung der brandenburgischen Landesverfassung und ist unter anderem für Verfassungsbeschwerden zuständig. Seine neun Mitglieder sind zu je einem Drittel Berufsrichter, Juristen mit Befähigung zum Richteramt und Personen, die keine solche Befähigung brauchen. Der Landtag wählt sie mit Zwei-Drittel-Mehrheit für regulär zehn Jahre.

Bis auf Weiteres setzt das Gericht seine Arbeit mit acht Richterinnen und Richtern fort, wie Geschäftsleiterin Rena Schuncke auf Anfrage mitteilte. Derzeit seien 95 Verfahren anhängig.

Der Landtag muss sich nun mit neuen Kandidaten befassen. 2029 endet zudem die Amtszeit mehrerer Verfassungsrichter, wie der Vorsitzende des Gerichts, Markus Möller, im September sagte.

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