Es war eine Szene 1:55 Stunden nach dem Startschuss des Frankfurt-Marathons: Amanal Petros hatte etwa 37 Kilometer hinter sich, was für einen Schreckmoment bei Deutschlands Topläufer sorgte. Und für Erstaunen bei den Zuschauern vor Ort und am Bildschirm. Denn plötzlich stand ein Essenslieferant mit seinem Elektrofahrrad auf der eigentlich abgesperrten Strecke, direkt im Inneren einer Linkskurve.

Ärgerlich für den Europameister, der zu diesem Zeitpunkt das Rennen mit knappem Vorsprung anführte. Aber anscheinend schnell vergessen, denn sein Jubel über Platz zwei hinter Jirata Dinki aus Äthiopien nach 2:05:46 Stunden bei widrigen Bedingungen war groß. Auch im Interview danach war die Behinderung kein Thema. Jetzt äußert sich der WM-Zweite und deutsche Rekordhalter aber doch. Denn manch einer sah nicht in erster Linie ein Ärgernis für ihn, sondern machte Petros selbst einen Vorwurf.

Er wolle etwas zu der Szene sagen, „weil viele Menschen die Situation falsch verstehen“, schrieb Petros in den Kommentaren unter einem Video, das die Szene in Frankfurt zeigt. Dabei berührt Petros die Person auf dem Fahrrad. „Bei Kilometer 37/38 kämpft man im Marathon um jede Sekunde und jede Platzierung. Gerade in den Kurven versucht man, möglichst wenig Zeit zu verlieren“, erklärte er. „Plötzlich stand jemand mit einem Fahrrad direkt vor mir und blockierte meinen Weg.“

Petros: „Wollte niemanden angreifen“

Die Folge: Er habe abrupt mit dem linken Fuß abbremsen müssen, „was zu einer kurzen Blockade in meiner Wade führte und mich komplett aus meinem Rhythmus brachte“, führte er aus. „Meine Reaktion kam aus dem Moment heraus. Ich wollte niemanden verletzen oder persönlich angreifen. Trotzdem war das Schubsen vielleicht nicht die beste Reaktion, und das kann ich auch zugeben.“

Der Zweite der Weltmeisterschaften von 2025 wies auf die Herausforderungen hin, die ein Sportler bei einem Marathon zu bewältigen habe. Wer Marathon laufe, wisse, wie viel Konzentration, Anspannung und körperliche Belastung gerade auf den letzten Kilometern zusammenkämen, schrieb er. Es gehe um Sekunden. Man müsse nicht jede Reaktion gutheißen, aber man solle versuchen zu verstehen, bevor man urteile.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke