Obszöne Gesten, Platzverweis, Prügelei – dann stürmt die Polizei den Rasen
Es sind unglaubliche Szenen, die da von einem Nations-League-Spiel in Mittelamerika zu sehen sind. Die entscheidende Partie zwischen Guatemala und Suriname um den Sieg in der Gruppe B eskaliert erst während und dann nach dem Spiel. Mit dabei ein Profi, der zweimal in die Bundesliga aufgestiegen ist.
Immanuel Pherai (25) stieg 2025 mit dem HSV und 2026 als Leihspieler mit der SV Elversberg in die höchste deutsche Spielklasse auf. Aktuell spielt er beim HSV in der U23. Als Nationalspieler ist der gebürtige Amsterdamer für Suriname im Einsatz. Das Spiel in Guatemala war sein 15. Länderspiel. Das endete in einem völligen Chaos. Am Ende stürmte eine Spezialeinheit der Bereitschaftspolizei das Spielfeld, um eine wüste Massenschlägerei zu stoppen.
Erster Auslöser: Surinames Richonell Margaret war nach einer Konfrontation mit heimischen Zuschauern mit einer Roten Karte vom Platz gestellt worden (63.). Margaret war zuvor von den Rängen rassistisch beleidigt worden, woraufhin der Akteur die Beherrschung verlor. Schiedsrichter Joe Dickerson zeigte daraufhin mit überkreuzten Armen das offizielle X-Signal der Fifa gegen Rassismus. Die Begegnung musste für rund zehn Minuten unterbrochen werden.
Beleidigungen von allen Seiten
Surinames Mannschaft um Kapitän Myenty Abena beratschlagte sich, ob sie das Spiel abbrechen sollte, entschied sich aber, die Partie fortzusetzen. Pherai wurde in der 94. Minute ausgewechselt – zwei Minuten später fiel der Siegtreffer für Gastgeber Guatemala, der damit ins Viertelfinale einzog.
Nach Abpfiff ging es richtig los. Wüste Prügeleien mitten auf dem Spielfeld. Letztlich konnte erst die Polizei alle Handgreiflichkeiten stoppen. Es folgten Beleidigungen von allen Seiten. Der surinamische Keeper Etienne Vaessen machte obszöne Gesten in Richtung Publikum.
Für Suriname ist es bereits der zweite schwere Vorfall dieser Art innerhalb kürzester Zeit. Bereits im Vorjahr war das Nationalteam bei einem WM-Qualifikationsspiel in El Salvador Zielscheibe rassistischer Ausfälle geworden. General Manager Brian Tevreden: „Ich überlege ernsthaft, mit meiner Mannschaft nicht mehr an Orte zu reisen, an denen so etwas zugelassen wird. Concacaf und Fifa müssen jetzt durchgreifen.“
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