Xhaka gibt Betrug mit Corona-Impfzertifikaten zu
Granit Xhaka hat vor einer anstehenden Vernehmung durch die Luzerner Staatsanwaltschaft ein öffentliches Geständnis über erworbene Corona-Impfzertifikate im Jahr 2022 abgegeben. „Im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung war ich damals persönlich stark verunsichert und hatte große Bedenken“, schrieb der Schweizer Nationalspieler bei Instagram.
Er habe tiefes Misstrauen gegenüber dem Impfstoff empfunden und sei von Ängsten und Verunsicherung geprägt gewesen. „In dieser aufgewühlten Gefühlslage habe ich eine Impfbestätigung erworben, anstatt meine offenen Fragen auf dem vorgesehenen Weg zu klären“, schrieb Xhaka, der in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen spielte.
Aktuell steht Xhaka beim AFC Sunderland in der englischen Premier League unter Vertrag. Für die Nationalmannschaft steht er nach seinem Geständnis in den kommenden vier Partien der Nations League nicht zur Verfügung.
„Es war ein Fehler“, sagt Xhaka
„Heute sehe ich klar, dass dieser Weg nicht richtig war. Es war ein Fehler. Das tut mir leid. Ich übernehme die Verantwortung für diese Entscheidung, stelle mich der Aufarbeitung des Sachverhalts und kooperiere vollumfänglich mit den zuständigen Behörden“, betonte Xhaka weiter.
Die Erklärung von Granit XhakaDie Staatsanwaltschaft Luzern ermittelt in der Angelegenheit. Im kommenden Monat soll er dazu vernommen werden. Es gehe darum, zu klären, „ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt im Zusammenhang mit einer möglichen Erschleichung einer falschen Beurkundung und/oder Urkundenfälschung (Corona-Zertifikate)“, sagte Simon Kopp, der Leiter der Medienstelle der Staatsanwaltschaft Luzern, der Schweizer Nachrichtenagentur SDA.
Die Luzerner Behörde hatte auch übernommen, als der damalige Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, Patrick Fischer, 2022 während der Pandemie mit einem über den Messengerdienst Telegram bestellten und gefälschten Covid-Impfzertifikat zu den Winterspielen in China gereist war.
Erst in diesem Jahr trennte sich der Verband von Fischer. „Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen“, sagte dabei Präsident Urs Kessler.
Das sagt der Schweizer Verbandschef dazu
Den Schweizerischen Fußballverband informierte der 152-malige Nationalspieler am Abend vor seiner Stellungnahme bei Instagram. „Wir begrüßen, dass Granit diesen Schritt macht und sich der Aufarbeitung stellt. Gleichzeitig sind wir gemeinsam zum Schluss gekommen, dass es im Interesse der Mannschaft ist, diesen Zusammenzug ohne ihn zu bestreiten“, erklärte SFV-Präsident Peter Knäbel mit Blick auf die ersten Länderspiele der Saison: „Für uns geht es jetzt darum, Ruhe in die Situation zu bringen und den Fokus voll und ganz auf die Mannschaft und die bevorstehenden Aufgaben in der Uefa Nations League zu richten.“
Die Schweizer Nationalmannschaft bereitet sich im türkischen Belek auf die Auswärtsspiele gegen Nordmazedonien und Schottland am 26. und 29. September vor. Zwei weitere Partien stehen Anfang Oktober an. „Nach Abschluss dieses Länderspielfensters werden wir die Situation gemeinsam mit Granit neu beurteilen und das weitere Vorgehen besprechen“, erklärte Knäbel.
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