„Zerreißt mir das Herz“ – Das bewegende Interview des Bayern-Stars
Diese Aussagen berühren viele Fußballfans weltweit. Zugang Ismael Saibari hat nach seinen ersten Wochen beim FC Bayern ein bewegendes Interview im Vereinsmagazin „51“ gegeben.
Neben seiner Eingewöhnung im Klub ist in dem Gespräch auch Saibaris Freund Abdelhak Nouri ein Thema. Der niederländische Mittelfeldspieler war bei Ajax Amsterdam. Im Sommer 2017 erlitt er im Alter von 20 Jahren in einem Testspiel seines damaligen Vereins in Österreich gegen Werder Bremen einen Herzstillstand und gilt seitdem als Pflegefall.
Den 25-jährigen Saibari, den die Bayern in diesem Sommer für rund 50 Millionen Euro von PSV Eindhoven verpflichteten, verbindet seit einigen Jahren eine enge Freundschaft mit dem heute 29-jährigen Nouri. Saibari besucht ihn in regelmäßigen Abständen. Nouris Eltern stammen wie Saibari aus Marokko.
Um an seinen Kumpel zu erinnern, trägt der marokkanische WM-Star dessen einstige Rückennummer 34 – von 2023 bis zu diesem Sommer bei seinem ehemaligen Klub Eindhoven und nun auch beim deutschen Fußball-Rekordmeister.
„Besuch von Kranken ist Teil meiner Religion“, sagt Saibari
Auf diese rührende Geste angesprochen, sagt Saibari: „Was Abdelhak zugestoßen ist, zerreißt mir einfach das Herz.“ Dann berichtet er von den Besuchen bei Nouri: „Ich habe viel darüber mit meiner Mutter gesprochen, und das Besuchen von Kranken ist auch ein Teil meiner Religion, des Islam. Wenn ich Abdelhak besuche, haben wir immer eine tolle Zeit. Es ist ein schöner Gedanke für mich, dass diese Freude vielleicht dazu beiträgt, seinen Zustand zu verbessern.“
Und weiter: „Abdelhak kann natürlich nicht sprechen. Er kommuniziert mit seinen Augenbrauen, und es war ganz deutlich zu sehen, wie glücklich er für mich war (bei Saibaris Bayern-Wechsel, die Redaktion). Ich habe es auch ihm überlassen, zu entscheiden, welche Rückennummer ich bei Bayern tragen soll. Er hat 34 gewählt, also bin ich dabei geblieben.“
Abdelhak Nouri 2017 beim Training von Ajax AmsterdamSaibari erklärt auch, wie es zu seiner besonderen Freundschaft mit Nouri kam. Er verrät: „Die Verbindung zu Abdelhaks Familie entstand über meinen Agenten Ali Dursun. Er arbeitet mit Abdelhaks Bruder zusammen. Die Beziehung ist von Tag zu Tag enger geworden, auch zwischen den Familien. Wir fahren sogar zusammen in den Urlaub.“
Wie es Nouri aktuell genau geht, ist nicht bekannt. Nach seinem Herzstillstand wurde er reanimiert, dann vom Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen. Wenige Tage später war klar, dass er schwere, bleibende Hirnschäden davongetragen hatte. Obwohl seine Familie seitdem immer wieder von Fortschritten berichtet hat, ist Nouri noch immer auf intensive Pflege angewiesen.
Im Februar 2022 wurde bekannt, dass Ajax Amsterdam den Angehörigen Nouris 7,85 Millionen Euro Entschädigung für die mangelnde Erstversorgung zahlte, woraufhin das Verfahren vor dem Schiedsausschuss gegen den Verein eingestellt wurde.
Saibari sprach schon kurz nach seinem Wechsel zum FC Bayern über Nouri. „Seit seinem Zusammenbruch kann er sich nicht mehr selbstständig bewegen. Um ihn zu unterstützen, trage ich die 34, weil er diese zuletzt getragen hat“, sagte er.
Sportlich spannend: Bayerns neue Nummer 34 erzählt im Interview eine Anekdote, die verdeutlicht, wie sehr er sich den Wechsel an die Säbener Straße gewünscht hat: „Als Bayern gegen Paris St. Germain im Champions-League-Halbfinale spielte (Hinspiel 4:5; Rückspiel 1:1; aus Sicht der Münchner die Redaktion), hat mich mein Agent gefragt: ‚Wenn jetzt einer der beiden Klubs zu dir käme und versuchen würde, dich zu verpflichten, welchen würdest du wählen?‘ Ich habe sofort Bayern gesagt. Dass ich jetzt tatsächlich das Bayern-Trikot trage, macht mich sehr stolz.“
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