Trotz seines 24. Geburtstags hat Fisnik Asllani am Samstag wenig Grund zum Feiern. Sein Wechsel von Hoffenheim zu RB Leipzig war kurz zuvor geplatzt. Und das, obwohl eigentlich alles klar war. Die Sachsen hatten die TSG Hoffenheim bereits informiert, die Ausstiegsklausel in Höhe von 25 Millionen Euro ziehen zu wollen – unter Vorbehalt des Medizinchecks. Doch genau den bestand der Stürmer nicht.

Asllani war am Donnerstag bereits zu Untersuchungen in Salzburg. Doch statt danach ins RB-Camp nach Saalfelden zu reisen und einen Vertrag bis 2031 zu unterschreiben, wurde der Deal gestoppt. Schuld sind „medizinische Bedenken“, wie Hoffenheim in einer Pressemitteilung betont.

Zu den genauen Gründen wollte sich RB Leipzig auf Anfrage nicht äußern. Nach Informationen von „Bild“ sind die Bedenken der Leipziger Ärzte langfristig und lassen sich nicht durch eine schnelle Reha beheben.

Die Sichtweise in Hoffenheim ist eine komplett andere. Intern ist zu hören, dass die Bedenken massiv übertrieben seien. Das zeige die vergangene Saison: Asllani kam wettbewerbsübergreifend in 35 von 36 Spielen zum Einsatz. Am Dienstag steigt der kosovarische Nationalspieler wieder ins Training der Hoffenheimer ein.

Die Krankengeschichte des Fisnik Asllani

Trotz seines noch jungen Alters musste Asllani schon viele gesundheitliche Rückschläge hinnehmen (Schambeinentzündung, Bänderriss, Sehnenanriss). Die wohl schwerste Zeit erlebte er zwischen Februar und April 2022, als eine Knie-Infektion ihn fast seine Karriere kostete.

Im Februar sprach Asllani darüber im Podcast „Phrasenmäher“: „Es war wirklich verrückt, weil über Nacht einfach mein Knie angeschwollen ist. Da hat man gesehen, wie sich von einem auf den anderen Moment alles drehen kann. Natürlich habe ich angefangen zu zweifeln. Vielleicht soll es einfach nicht sein. Vielleicht ist mein Körper nicht dafür gemacht, für den Leistungssport, für den Profisport.“

Der gebürtige Berliner kämpfte sich zurück und war in der vergangenen Saison auf seinem sportlichen Höhepunkt. Mit elf Toren und zehn Vorlagen rückte er in den Fokus zahlreicher Top-Klubs.

Leipzig muss Alternativen prüfen

TSG Hoffenheim hat zwar wirtschaftlich fest mit einem Verkauf gerechnet, sportlich freuen sich die Kraichgauer aber sehr über den Verbleib. Geschäftsführer Andreas Schicker sagte: „Dass dieser Transfer nun nicht zustande kommt, ist für uns sportlich alles andere als eine schlechte Nachricht.“

Dennoch wäre Hoffenheim prinzipiell nicht abgeneigt, wenn andere Interessenten auf den Plan treten würden – aber auch über einen Verbleib würden sie sich sehr freuen.

In Leipzig werden zeitgleich Alternativen geprüft. Dass der Asllani-Deal abgeblasen werden musste, soll intern für große Enttäuschung gesorgt haben.

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