Fans verlassen vorzeitig das Stadion – Magdeburg geht unter
Eintracht Braunschweig hat sich gleich am ersten Spieltag der neuen Zweitliga-Saison mit einem Torfestival an die Tabellenspitze katapultiert. Beim 1. FC Magdeburg siegten die Niedersachsen unerwartet deutlich 6:1 (4:0) und sorgten dafür, dass die Negativserie des FCM Bestand hat. Noch nie konnte Magdeburg ein Auftaktsspiel der Zweiten Liga gewinnen.
Vor 28.508 Zuschauern trafen Aaron Opoku (15.), Jan Urbich (21., 26.) und Mehmed Aydin (44., Foulstrafstoß) bereits entscheidend vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel gelang zunächst Mateusz Zukowski (49.) das Ehrentor, Samuel di Benedetto (50.) und Florian Flick (61.) machten den Braunschweiger Kantersieg perfekt. Einige Magdeburger Zuschauer verließen bereits nach rund einer Stunde Spielzeit das Stadion, sie waren entsetzt von der Leistung ihrer Mannschaft.
Braunschweig überraschte völlig harmlose und indisponierte Gastgeber mit aggressiver Balleroberung und überfallartigen Kontern. So entstanden die ersten drei Treffer. Als dann auch noch der Magdeburger Verteidiger Herbert Bockhorn (32.) nach einem harten Einsteigen an der Mittellinie des Spielfeldes verwiesen wurde, war das Spiel bereits vorentschieden.
Zwar schöpften die Gastgeber nach einem Kontertor von Zukowski noch einmal Hoffnung, doch die wurde bereits eine Minute später zerstört. Was folgte, war ein Schaulaufen der bestens von Trainer Lars Kornetka eingestellten Gäste, während Magdeburg um Schadensbegrenzung bemüht war. Trotzdem musste Magdeburg die höchste Zweitliga-Heimniederlage hinnehmen. Bislang stand ein 0:5 gegen Preußen Münster von Mai 2025 an der ersten Stelle.
Karlsruhe siegt gegen Bielefeld
Unterdessen hat Karlsruhes Chefcoach Maximilian Senft das Duell der beiden neuen Zweitliga-Trainer mit dem Bielefelder Oliver Kirch für sich entschieden. Die Badener siegten 2:1 (1:0) gegen die Arminia. Moritz Broschinski (35. und 78.) erzielte beide Tore für die Heimelf vor 29.896 Zuschauern im stimmungsvollen Karlsruher Wildpark. Der eingewechselte Marvin Mehlem (80.) verkürzte für die Bielefelder.
Vor den Augen des früheren Weltmeisters und ehemaligen Karlsruhers Thomas Häßler machte der insgesamt überlegene KSC vor der Pause aus sehr wenigen Chancen viel. Kapitän Marvin Wanitzek legte für Zugang Broschinski auf, der flach vollendete. Die Gäste hatten Pech, dass Jannik Rochelt sowohl in der Anfangsphase als auch wenige Minuten vor der Pause nur die Latte traf.
Der Karlsruher Moritz Broschinski (r.) und der Bielefelder Jannik Rochelt kämpfen um den BallIn der zweiten Halbzeit legten die Karlsruher, bei denen Eigengewächs Danyal Zor ein starkes Profidebüt auf der Sechser-Position feierte, auch spielerisch zu. Wanitzek, der die Latte traf, verpasste noch das 2:0. Den anschließenden Eckball verwertete Broschinski per Kopf. Nach Mehlems Anschlusstor mussten die Karlsruher noch einmal zittern, brachten den Heimsieg aber über die Zeit.
Heidenheim gewinnt knapp gegen Osnabrück
Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim meldete sich mit einem Sieg in der Zweiten Liga zurück. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt setzte sich gegen den starken Aufsteiger VfL Osnabrück mit 4:3 (3:2) durch.
In der unterhaltsamen Partie trafen vor 15.000 Zuschauern Budu Siwsiwadse (10.), Marcel Costly (29.), Jan Schöppner (45.+2) und Marvin Pieringer (89.) für die Heidenheimer. Die Niedersachsen glichen dank Niklas Wiemann (23.) und David Kopacz (34.) vor der Pause zweimal aus. Den dritten Treffer steuerte Robin Meißner (90.+2) per Handelfmeter bei.
Die Heidenheimer begannen stürmisch, erspielten sich sofort Chancen und gingen früh durch Siwsiwadse in Führung. Sechs Minuten später wurde ein weiterer Treffer des Torjägers wegen Abseits aberkannt. Danach wurden die Osnabrücker aktiver und kamen durch Wiemann zum Ausgleich.
Zugang Costly brachte die Heidenheimer erneut in Front, doch erneut antworteten die Gäste durch Kopacz nur fünf Minuten später. In der Nachspielzeit war Schöppner per Kopf nach einem Eckball zur Stelle und bescherte Heidenheim die Pausen-Führung.
Auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel offen. Beide Mannschaften suchten spielerische Lösungen. Gefährlich wurde es auf beiden Seiten vor allem nach Standardsituationen. Eine verarbeitete der Heidenheimer Pieringer per Kopf kurz vor dem Ende. Es blieb spannend: Drei Minuten später verwandelte Meißner einen Handelfmeter und verkürzte für den VfL. Zum erneuten Ausgleich reichte es nicht mehr.
Darmstadt erkämpft Unentschieden gegen Kiel
Darmstadt 98 wendete mit einem starken Schlussspurt einen Fehlstart in die Saison ab. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand retteten die Hessen beim 2:2 (0:2) gegen Holstein Kiel noch einen Punkt.
Joker Ho-jae Lee (76.) und Aleksandar Vukotic (86.) trafen für die Lilien. Vor 17.095 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor hatten der Argentinier Guillermo Balzi (8.) und Phil Harres (42.) die Gäste in der ersten Hälfte in Führung gebracht.
Intensives Duell: Phil Harres (l.) von Holstein Kiel und Aleksandar Vukotić vom SV Darmstadt 98In einem lange ausgeglichenen Duell eröffneten die Hausherren den Norddeutschen mehrfach mit eigenen Patzern Chancen. So leitete Vukotic die frühe Führung der Norddeutschen mit einem Fehlpass ein und begünstigte auch den zweiten Treffer mit misslungenem Stellungsspiel. Harres traf nach einer Hereingabe von Adrian Kapralik per Kopf.
Die Gastgeber verbuchten zwar auch Möglichkeiten, waren im Abschluss aber nicht zwingend genug. Das änderte sich erst in der Schlussphase. Der nach einer Stunde eingewechselte Lee traf wie aus dem Nichts ins linke Eck und entfesselte damit den erfolgreichen Schlusssturm seines Teams.
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