Drei Bundesliga-Absteiger, ambitionierte Traditionsvereine und ein Topfavorit: Die neue Saison in der 2. Fußball-Bundesliga verspricht Spannung von Beginn an. Eröffnet wird die Spielzeit an diesem Freitagabend mit dem Duell zwischen dem VfL Bochum und Hertha BSC (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky). Doch wer sind die Favoriten auf den Aufstieg ins Oberhaus?

VfL Wolfsburg: Mit einem der wertvollsten Kader der Liga ist der VfL Wolfsburg der Topfavorit auf den direkten Wiederaufstieg. Nach dem erstmaligen Abstieg nach 29 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit soll der junge Trainer Tobias Strobl den Neuaufbau gestalten. Mit Fabian Reese verpflichteten die Wölfe einen der begehrtesten Spieler der Liga. Auch die erfahrenen Neuzugänge Hauke Wahl und Robert Glatzel sollen den Klub aus der Autostadt zurück in die Bundesliga führen. Die größte Gefahr liegt weniger im Kader als in der Erwartungshaltung.

FC St. Pauli: Für St. Pauli beginnt nach zwei Jahren Bundesliga ein neuer Abschnitt. Der Klub hat sich unter den schwierigen Bedingungen des Oberhauses weiterentwickelt, muss nun aber einen Umbruch bewältigen. Mit Marcel Rapp übernimmt ein Trainer mit Zweitliga-Erfahrung. Dazu bleiben eine klare Spielidee und die besondere Atmosphäre am Millerntor wichtige Trümpfe der Kiezkicker. Gleichzeitig hinterlassen Abgänge wie Kapitän Jackson Irvine, Hauke Wahl, Nikola Vasilj und Manolis Saliakas Lücken im Team.

Hannover 96: Seit dem Bundesliga-Abstieg 2019 zählt Hannover 96 Jahr für Jahr zum erweiterten Favoritenkreis – der große Wurf blieb bislang jedoch aus. In der vergangenen Saison fehlten am Ende lediglich zwei Punkte zum Aufstieg. Mit Trainer Christian Titz setzt der Traditionsverein auf Kontinuität, während der neue Geschäftsführer Sport Jonas Boldt den lang ersehnten Weg zurück in die Bundesliga ebnen soll. Hannovers Problem war zuletzt nicht die grundsätzliche Qualität, sondern die fehlende Konstanz im entscheidenden Saisonabschnitt.

1. FC Heidenheim: Heidenheim unter Frank Schmidt steht für Kontinuität, Leidenschaft und taktische Klarheit – und das seit fast 19 Jahren. Gerade nach einem Abstieg ist diese Kontinuität ein großer Vorteil. Heidenheim muss seine Identität nicht neu erfinden und kann zum Großteil auf einen Kader bauen, der in den vergangenen drei Jahren Bundesliga-Erfahrung gesammelt hat. Wenn die mannschaftliche Geschlossenheit erhalten bleibt, kann Heidenheim zu einem gefährlichen Herausforderer der finanzstärkeren Konkurrenz werden.

1. FC Nürnberg: Der 1. FC Nürnberg könnte als mögliches Überraschungsteam um den Aufstieg mitmischen. Unter Miroslav Klose hat sich der Klub zuletzt kontinuierlich weiterentwickelt. Ein junger und talentierter Kader mit einer Mischung aus erfahrenen Kräften und entwicklungsfähigen Spielern bietet durchaus Potenzial für den Angriff auf die Spitzengruppe. Die Leihe von Barcelonas 22-jährigem Mikayil Faye ist wohl ligaweit einer der besten Transfers der Sommerpause. Ob aber die Erfahrung des Teams ausreicht, wird sich zeigen.

Und sonst? Im Kampf um die oberen Tabellenplätze wollen auch andere Klubs ein Wörtchen mitreden. Ob Hertha BSC nach dem großen Umbruch und zahlreichen Abgängen wie Kapitän Reese schnell wieder Stabilität findet, bleibt abzuwarten. Im Vorjahr noch als großer Favorit gestrandet, lautet das neue Ziel: mal schauen, Platz neun sollte aber schon sein. Ebenso unklar ist die Entwicklung der Vorjahres-Bundesligaabsteiger VfL Bochum und Holstein Kiel. Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Bundesliga dürften sich auch der SV Darmstadt 98 und der 1. FC Kaiserslautern machen – doch wie so viele Teams dieser Liga gleichen auch sie Wundertüten.

Die Neulinge: Mit dem VfL Osnabrück und Energie Cottbus stoßen zwei Traditionsvereine mit leidenschaftlichen Anhängern zur Liga. Für beide dürfte zunächst der Klassenerhalt im Vordergrund stehen – auch wenn das Fan-Umfeld sicherlich von mehr träumt. Cottbus mit dem prominenten Rückkehrer Leonardo Bittencourt und dem emotionalen Trainer Claus-Dieter Wollitz dürfte für viele Gegner eine unangenehme Aufgabe werden. Wollitz sieht seine Mannschaft im unteren Tabellenmittelfeld. Gegenüber dem rbb antwortet er auf die Frage, auf welchem Platz Cottbus die Saison wohl beendet, selbstbewusst: „Zwölf.“

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