Was wird aus der LIV-Golf-Tour, die 2022 mit extrem viel Geld gestartet wurde, nun aber offenkundig am Abgrund steht? CEO Scott O'Neil hat eine Vereinbarung mit einem Hauptinvestor bekannt gegeben, die der Liga eine Zukunft ohne die finanzielle Unterstützung Saudi-Arabiens ermöglichen soll. Gleichzeitig sollen Spieler künftig bedeutende Unternehmensanteile erhalten. Namen und Details nannte O'Neil nicht, sprach aber von „sehr guten Nachrichten“ und weiterem Interesse potenzieller Investoren.

Dieses Wochenende macht LIV in Bedminster (New Jersey) Station, es wird auf einem der Golfplätze von US-Präsident Donald Trump gespielt.

Die Ankündigung kommt in einer schwierigen Phase für LIV. Im März wurde bekannt, dass der saudische Staatsfonds PIF seine Finanzierung nach 2026 einstellen wird. Bereits jetzt wurde ein Turnier in New Orleans abgesagt, auch das Team-Finale in Michigan Ende August steht auf der Kippe. Zuletzt wurde darüber spekuliert, ob LIV Golf im Zuge des Umbaus Insolvenz anmelden könnte.

Seit der Gründung 2022 hat LIV mehr als fünf Milliarden Dollar investiert und zahlreiche Stars mit hohen Garantiesummen verpflichtet. Doch inzwischen bröckelt das Modell: Brooks Koepka kehrte zur PGA Tour zurück, Patrick Reed verlängerte seinen Vertrag nicht. Auch andere Spieler prüfen laut eigener Aussage Alternativen.

Lucas Herbert, der in diesem Jahr bereits zwei LIV-Turniere gewann, sagte am Dienstag, sein Management habe bereits Kontakt zu Verantwortlichen der PGA Tour aufgenommen. Er sagte: „Sollte LIV verschwinden und man hätte keinen Ort mehr, an dem man spielen kann, braucht man als Profi letztlich eine Tour. Deshalb prüfen wir alle Möglichkeiten sorgfältig.“

Die Preisgelder dürften deutlich sinken

O’Neil traf sich am Dienstag mit den Teamkapitänen. Anschließend leitete DeChambeau ein internes Meeting mit den Spielern, über dessen Inhalte jedoch nichts bekannt wurde. „Ich glaube, wir haben genügend Unterstützung von den Spielern. Unser Format ist interessant, international und einzigartig. Deshalb werden wir auch weiterhin die richtigen Stars für diesen Sport gewinnen können“, sagte O’Neil, der an einem Neustart unter dem Namen „LIV Golf 2.0“ arbeitet.

Geplant sind zehn Team-Events pro Jahr, davon jeweils fünf in den USA und international. Zudem soll der Kalender besser mit anderen Profi-Touren abgestimmt werden. Die bislang üblichen Preisgelder von 20 Millionen Dollar pro Turnier dürften allerdings deutlich sinken.

Trotz der Unsicherheit zeigt sich O'Neil zuversichtlich: LIV verfüge weiterhin über ausreichend Unterstützung der Spieler und werde auch künftig attraktive Stars anziehen können. Spekulationen über eine mögliche Insolvenz wollte er weder bestätigen noch ausschließen. Man werde „die besten Optionen“ für die Zukunft der Liga prüfen.

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