Im Rollstuhl fährt Lindsey Vonn in ihr Fitnessstudio – und trainiert wieder
US-Skistar Lindsey Vonn trainiert nur wenige Wochen nach ihrem Horrorsturz bei den Olympischen Winterspielen wieder. Gerade einmal 25 Tage nach ihrem schlimmen Unfall bei der Abfahrt in Cortina d'Ampezzo postete die 41-Jährige ein Video auf Instagram. „Es sind definitiv schwere Zeiten, aber ich bin trotzdem dankbar ... und arbeite weiter hart. Das einzige Ziel ist, wieder gesund zu werden. Ein Tag nach dem anderen“, schrieb Vonn zu dem Clip – versehen mit dem Hashtag: icondothis.
Das Video ist ein erstaunliches Dokument. In ihm ist zu sehen, wie die Olympiasiegerin von 2010 im Rollstuhl in ihr Fitnessstudio fährt. Dann trainiert sie ihre Oberschenkel, die Schultern, den Bauch sowie Rücken und Arme. Der Rollstuhl steht die ganze Zeit neben der Trainingsmatte. Zwischendurch wird Vonns schwer verletztes linkes Bein behandelt.
Bei ihrem Sturz in der Abfahrt von Cortina hatte sich die Speed-Spezialistin eine komplexe Schienbeinverletzung zugezogen. Eine Amputation des Beins stand sogar im schlimmsten Fall im Raum, wie Vonn berichtet hatte.
„Sie haben beide Seiten des Beins aufgeschnitten wie ein Filet“, berichtet Lindsey Vonn
„Es war ein langer Weg, die extremste und schmerzvollste Verletzung, die ich in meinem gesamten Leben hatte. Sie haben beide Seiten des Beins aufgeschnitten wie ein Filet, um es atmen zu lassen. Der Arzt hat mein Bein vor einer Amputation gerettet. Er hat mich gerettet“, hatte Vonn vor rund einer Woche erzählt. Nach ihrem Klinikaufenthalt in Italien war Vonn mit dem Krankenwagen zum Flughafen gebracht und in die USA geflogen worden.
„Ich hatte eine komplexe Tibiafraktur, auch den Schienbeinkopf. Alles war zertrümmert“, schilderte Vonn. Zudem habe sie ein Kompartmentsyndrom erlitten. „Das heißt, ich hatte so viel Trauma in diesem Bereich des Körpers – da ist zu viel Blut in diesem Bereich und es bleibt stecken und zerquetscht mehr oder weniger alles dort. Muskeln, Nerven, alles stirbt ab.“
Allein eine Operation habe sechs Stunden gedauert. „Ich war länger im Krankenhaus, als ich gehofft hätte, weil ich sehr niedrige Hämoglobinwerte hatte von all den Operationen und all dem Blutverlust. Ich hatte richtig Probleme, der Schmerz war außer Kontrolle. Ich hatte eine Bluttransfusion, das hat mir geholfen. Ich habe die Kurve gekratzt“, berichtete Vonn weiter.
Ausgerechnet eine alte Verletzung könnte entscheidend gewesen sein. „Ich sage immer, dass alles im Leben einen Sinn hat. Hätte ich nicht kurz vor Olympia mein Kreuzband gerissen, wäre mein Arzt Tom nicht vor Ort gewesen. Und dann hätte er mir nicht das Leben retten können, da bin ich sehr dankbar dafür“, sagt Vonn.
In einigen Wochen möchte sie aus dem Rollstuhl an die Krücken wechseln. „Es wird etwa ein Jahr dauern, bis alle Knochen verheilt sind“, erklärte sie jüngst. Anschließend will sie entscheiden, ob die eingesetzten Metallteile wieder vollständig entfernt werden sollen. Erst danach ist in einer weiteren Operation die endgültige Versorgung ihres Kreuzbandes geplant.
Den Kreuzbandriss hatte sich Vonn im Weltcup-Rennen unmittelbar vor den Olympischen Winterspielen zugezogen. Dennoch ging die zweimalige Weltmeisterin in Italien an den Start.
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