In der Fußgängerzone von Cortina d’Ampezzo herrscht Gewusel. Neben den vielen Touristinnen, die ihren Pelz auf der kleinen Flaniermeile ausführen, rennen Bauarbeiter mit Helmen und Warnwesten umher. Einen Tag vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele laufen im noblen Wintersportort die letzten Arbeiten für die Eröffnungsfeier. Die Bühne steht, die letzten Betonbarrieren werden angeliefert.

Und mittendrin: eine Gruppe von Polizisten und Spezialkräften aus Katar. Zusammen mit einem italienischen Carabiniere patrouillieren sie durch das Zentrum Cortinas. Die Männer im militärischen Camouflage-Look gehören zu Lekhwiya, den inneren Sicherheitskräften Katars. Lekhwiya ist eine bewaffnete Einheit, die direkt dem Emir unterstellt ist.

Zu den Aufgaben der Spezialeinheit gehören eigentlich der Schutz des Emir und hochrangiger Persönlichkeiten in Katar, die Sicherung von Häfen und Spezialoperationen gegen Terrorismus. Neben den Lekhwiya-Mitgliedern gehören zu der Gruppe noch Männer, auf deren blauen Jacken „Qatar Polizia“ steht. Sie sind Teil der insgesamt 6000 Sicherheitskräfte, die bei den Olympischen Spielen in Italien zum Einsatz kommen.

„Der Einsatz umfasst Patrouillen und Fahrzeuge, die an den Veranstaltungsorten und in deren Umgebung stationiert sind, sowie Fußpatrouillen, Rollerpatrouillen und Skipatrouillen, die eine umfassende Einsatzbereitschaft und ein hohes Maß an professioneller Sicherheitsleistung demonstrieren“, schreibt Lekhwiya bei Instagram.

Proteste gegen ICE in Mailand

Die Sicherheitskräfte aus Katar sind nicht die einzigen ausländischen Beamten, die während der Spiele in Italien zum Einsatz kommen. Zum Schutz von US-Offiziellen sind auch Angehörige der US-Einwanderungsbehörde ICE zu den Olympischen Spielen gereist. Die Einwanderungspolizei steht wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten, bei dem in der Großstadt Minneapolis zwei Menschen erschossen wurden, in der Kritik.

In Mailand gingen Demonstranten mit Plakaten wie „No Ice in Milano“ auf die Straßen. Gegen den Einsatz von Sicherheitskräften aus Katar, das im „Freedom World Index“ auf einem geteilten 107. Platz mit Burkina Faso liegt, wurde bisher nicht demonstriert.

Schon bei den Olympischen Sommerspielen 2024 schickte Katar seine Spezialkräfte nach Paris. Der Einsatz erfolgte im Rahmen eines Sicherheitsabkommens zwischen dem Emirat und Frankreich.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke