Verstecke ausgehoben – Der monströse Fuhrpark des Drogenbosses
Sein Gespür für Schnee brachte den Kanadier Ryan Wedding erst in den sportlichen Olymp und dann in die Hölle der lateinamerikanischen Drogenkartelle. Dort rieselt das weiße Pulver aber nicht vom Himmel. Als Aufputschdroge wird Kokain in Laboren hergestellt. Mehr als 60 Tonnen Kokain soll der ehemalige Olympia-Star Ryan Wedding in die USA und nach Kanada geschmuggelt haben. Jetzt jagt das FBI den mutmaßlichen Drogenboss.
Im sonnigen US-Bundesstaat Kalifornien begann das kriminelle Imperium von Wedding zu bröckeln, als im April 2024 eine Kokain-Lieferung von Drogenfahndern abgefangen wurde. Zu diesem Zeitpunkt soll die Organisation des 44-Jährigen, der von FBI-Direktor Kash Patel als eine „moderne Version“ des berüchtigten kolumbianischen Drogenbosses Pablo Escobar (†44) bezeichnet wurde, einen Umsatz von jährlich rund einer Milliarde Dollar erwirtschaftet haben.
Die Drogenfahnder ahnten da noch nicht, dass Ryan Wedding ein großer Fisch der organisierten Kriminalität ist. Das FBI setzt „nur“ ein Kopfgeld von 50.000 Dollar auf seine Ergreifung aus.
Ein Informant wird erschossen – und Ryan Wedding landet auf der FBI-Liste
Ein halbes Jahr später identifiziert ein FBI-Informant den ehemaligen Top-Sportler als „El Jefe“, „den Boss“ des Drogenkartells. In einem abgehörten Gespräch mit seinem Anwalt gibt dieser Ryan Wedding den Rat: „Wenn Sie diesen Zeugen töten, wird das Verfahren eingestellt.“
Kurz darauf wird der FBI-Informant in einem Restaurant in Kolumbien von einem Auftragskiller erschossen. Und Wedding landet auf der FBI-Liste der meistgesuchten Verbrecher. Nun wird ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar (rund 13 Millionen Euro) auf seine Ergreifung ausgesetzt.
Um nicht entdeckt zu werden, soll sich Wedding möglicherweise einer Gesichtsoperation unterzogen haben. Eine Spur führt nach Mexiko. Dort soll sich Wedding bei Mitgliedern des gefürchteten Sinaloa-Drogenkartells verstecken.
Die Fahnder sind dem flüchtigen Drogenboss weiter auf den Fersen. Kurz vor dem Jahreswechsel entdecken Ermittler bei einer Razzia in mehreren mexikanischen Anwesen unter anderem 62 seltene Rennmotorräder.
Die Raritäten-Sammlung umfasst Maschinen aus verschiedenen Epochen des Grand-Prix- und Superbike-Sports. In Los Angeles beschlagnahmt das FBI zudem einen von nur sechs gebauten Mercedes CLK GTR Roadstern. Die Straßenversion des Mercedes CLK GTR war Ende der 90er-Jahre der teuerste Neuwagen der Welt. Aktueller Wert: rund elf Millionen Euro.
Neben den Fahrzeugen fanden Fahnder mehrere Kunstwerke und auch zwei olympische Medaillen. Es war zunächst nicht klar, wem die Medaillen gehören. Gewonnen hat sie der ehemalige Snowboarder zumindest nicht: Bei seinem Einsatz bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City 2002 hatte Wedding im Parallel-Riesenslalom nur den 24. Platz belegt.
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