„Alonso ist nun ein Arbeitssuchender, was den Druck auf Arne Slot in Liverpool erhöht“
Die Ära der Klublegende Xabi Alonso ist bei Real Madrid nach nur 232 Tagen wieder vorbei. Der frühere Leverkusener Meistertrainer musste bei seinem Herzensklub nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Barcelona im Finale des spanischen Supercups schon wieder gehen. Der Verein ernannte Álvaro Arbeloa, den Trainer der zweiten Mannschaft, zum Nachfolger. Nach einem Traumstart mit 13 Siegen aus 14 Spielen rutschte Real im Verlaufe der Saison immer tiefer in die Krise.
In der Meisterschaft beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Barcelona vier Punkte. Und in der Champions League sind die Madrilenen Siebter, es drohen die Play-offs. Die Mannschaft schien nicht mehr zu funktionieren und geriet gegenüber Erzrivale FC Barcelona immer mehr ins Hintertreffen, dazu kam der Zwist zwischen Alonso und Ex-Weltfußballer Vinícius Junior.
Reals Superstar Kylian Mbappé verabschiedete sich dagegen mit großem Respekt von Alonso. „Es war zwar nur eine kurze Zeit, aber es war mir eine Freude, für dich zu spielen und von dir zu lernen“, schrieb der 27 Jahre alte französische Stürmer bei Instagram: „Vielen Dank, dass du mir vom ersten Tag an Vertrauen geschenkt hast. Ich werde dich als Trainer in Erinnerung behalten, der klare Vorstellungen hatte und viel über Fußball weiß.“ Das aber konnte den Trainer nicht mehr retten, wie die internationalen Kommentatoren analysierten.
Spanien
„AS“: „Damit endet eine Geschichte, die mit einem Märchen begann, aber mit einem Alptraum endete. Seit dem 1. November ist die Stimmung im Bernabéu gedrückt: nur sieben Siege in den letzten 14 Spielen. Eine Siegquote von 50 Prozent, die dem Verein nicht würdig ist. Ein Zusammenbruch. Ein Notruf.“
„Marca“: „Schon seit Wochen hegte der Vorstand Zweifel am Projekt. Man hatte das Gefühl, er habe noch nicht die richtige Formel gefunden, keinen Draht zur Mannschaft gefunden und das körperliche Training sei nicht effektiv gewesen. Nach einem hoffnungsvollen Projektstart gab es einen schleichenden Vertrauensverlust, der in Djidda zur Krise eskalierte. Viele glaubten, dass allein die Tatsache, vom FC Barcelona nicht abgeschossen worden zu sein, dem Trainer weitere Schonfrist verschaffe – doch bei Real Madrid gibt es keine ehrenvollen Niederlagen.“
„El Mundo: „Es handelt sich um einen völlig unerwarteten Schritt, denn alles, was in den Stunden nach dem Supercup-Finale aus dem Inneren des Klubs nach außen drang, deutete darauf hin, dass auf der Trainerbank Ruhe bewahrt werden sollte.“
„ABC“: „Für Xabi Alonso ging es nach dem Streit mit Vinicius im Clásico nur bergab. (...) Nachdem Arrigo Sacchi im Dezember 2005 seinen Vertrag als Sportdirektor von Real Madrid aufgelöst hatte, fasste er das Wesen des größten Klubs der Welt in einem ebenso pointierten wie bitteren Satz zusammen: ,Wenn in Kolumbien ein Flugzeug abstürzt, ist für Florentino Pérez der Trainer von Real Madrid schuld.‘“
„Sport“: „Einer der Hauptauslöser der Trennung war das Verhältnis zwischen den Spielern und Xabi Alonso. Schon seit der Klub-WM haben die Methoden und Entscheidungen des Trainers einen Teil der Mannschaft nicht überzeugt. Dass der Klub sich in entscheidenden Momenten auf die Seite der Spieler stellte, führte zu einem spürbaren Machtverlust des Trainers in der Kabine.“
Italien
„Tuttosport“: „Erdbeben bei Real Madrid!“
„Gazzetta dello Sport“: „Er wird durch seinen ehemaligen besten Freund Alvaro Arbeloa ersetzt, der bisher Castilla, die zweite Mannschaft von Real Madrid, trainierte. Eine sehr riskante Entscheidung, ganz im Stil von Florentino Perez.“
„Corriere della Sera“: „Erschütterung bei den Blancos“
England
„The Sun“: „Real Madrid ersetzt Xabi Alonso durch einen ehemaligen Liverpool-Teamkollegen, nur acht Minuten nach Bekanntgabe seines Abschieds. Alonso ist nun ein Arbeitssuchender, während sich der Markt für Trainer im Umbruch befindet. Der Posten bei Manchester United ist nach der Entlassung von Ruben Amorim frei geworden, und auch Manchester City könnte nun infrage kommen, da die Zukunft von Pep Guardiola nach dem Sommer ebenfalls ungewiss ist. Die interessanteste Jobperspektive könnte jedoch eine Rückkehr zu einem anderen ehemaligen Verein in Liverpool sein, was den Druck auf Arne Slot erhöht.“
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„Daily Mail“: „Alonso umarmte Florentino Perez kurz nach dem Schlusspfiff, als die besiegten Stars von Madrid ihre Silbermedaillen entgegennahmen, doch nur wenige Stunden später beendete der skrupellose Vereinschef die Amtszeit des ehemaligen Trainers von Bayer Leverkusen. Die Niederlage gegen Liverpool in der Champions League Anfang November erwies sich als Wendepunkt, denn Madrid erlebte anschließend eine miserable Serie mit nur zwei Siegen in acht Spielen, was den Druck auf Alonso erhöhte. Gerüchte über Uneinigkeit im Trainingszentrum Ciudad de Madrid waren für die Vereinslegende ebenfalls nicht hilfreich. Spanische Zeitungen berichteten, dass bis zu fünf Spieler mit seinen Methoden unzufrieden gewesen sein sollen. Es wurde davon ausgegangen, dass insbesondere Thibaut Courtois, Jude Bellingham und Vinicius Jr. alle Bedenken hinsichtlich Alonsos Taktik hatten, insbesondere hinsichtlich seiner Beharrlichkeit, das Spiel aus der Abwehr heraus aufzubauen.“
„BBC“: „Es war die Bestätigung dafür, dass Florentino Perez nie wirklich an seinen Trainer geglaubt hatte.“
Frankreich
„L‘Èquipe“: „Ein unvorhersehbarer Absturz. Mit Xabi Alonso unterlag das Team bei wichtigen Spielen, er konnte es nicht richtig zum Spielen bringen und wurde von einem Teil der Mannschaft kritisiert. Alvaro Arbeloa, Trainer der Madrider Reserve, tritt seine Nachfolge an. Die Ernennung von Xabi Alonso zum Trainer von Real Madrid am 25. Mai dieses Jahres hatte eine Welle der Neugier und Begeisterung ausgelöst. Eine Vernunftehe zwischen einer Mannschaft mit schwächelndem Spiel und dem jungen, angesagten Trainer, der gerade mit Bayer Leverkusen Wunder vollbracht hatte, indem er einen attraktiven Offensivfußball entwickelte. Nur acht Monate später endeten die angekündigte Fußballrevolution und das Märchen mit einem Reinfall.“
USA
„New York Times“: Selbst für einen Verein wie Madrid, der regelmäßig für Dramatik sorgt, ist es dennoch ein großer Schock, wie schnell sich alles für Alonso als Trainer zum Schlechten gewendet hat. Alonso kam letzten Sommer zum Verein, und die Vereinsführung war froh, dass er mehr Disziplin und taktische Strenge in eine Mannschaft bringen würde, die unter Ancelotti in der letzten Saison aus der Bahn geraten war. Es gab Momente während dieser sechs Monate, in denen der Plan zu funktionieren schien, insbesondere der Sieg im Clásico gegen Barcelona im Oktober, durch den Madrid mit fünf Punkten Vorsprung an die Spitze der La Liga rückte. Allerdings kam es in diesem Spiel auch zu Vinicius Jr.s öffentlichem Protest gegen seine Auswechslung, der von der Vereinsführung ungestraft blieb. Dies untergrub Alonsos Autorität als Trainer, und der ehemalige Mittelfeldspieler gewann nie wieder wirklich die Kontrolle über die Situation zurück. All dies zeigt einmal mehr, wie einzigartig Madrid als Verein ist – mit einem Trainer, der zwischen einem allmächtigen Präsidenten und einer mit Galaktischen gespickten Mannschaft hin- und hergerissen ist.“
Schweiz
„Blick“: „Am Sonntagabend verliert Real Madrid den Supercopa-Final gegen Barcelona 2:3. Keine 24 Stunden später ziehen die Verantwortlichen die Reissleine.“
Östereich
„Krone“: „Paukenschlag in der spanischen La Liga: Real Madrid hat am Montag Trainer Xabi Alonso gefeuert.“
Deutschland
„Süddeutsche“: Alonso hatte nach seiner spektakulär erfolgreichen Zeit bei Bayer Leverkusen, das er 2024 zum Double-Sieg geführt hatte, auch bei Real Madrid einen erfolgreichen Start. Von den ersten 20 Spielen gewann er 17; auch den ersten Clásico gegen den FC Barcelona entschied er für sich. Das war Ende Oktober. Seit dem 1. November aber hat Real Madrid nur die Hälfte aller Spiele gewonnen: sieben von 14. In der aktuellen Tabelle steht Real Madrid vier Punkte hinter dem Spitzenreiter FC Barcelona. In der Champions-League-Tabelle ist Real Madrid zwar noch unter den ersten Acht. Aber die Betonung lag da auf dem Wörtchen noch. Denn je länger Alonso im Amt war, desto größer wurde die Menge an Sand, die das Getriebe versaubeutelte. Vom ,Rock ’n’ Roll‘, den Alonso bei Amtsantritt versprochen hatte, war immer seltener etwas zu sehen.“
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