Chef der Kriminalbeamten fordert nach Ausschreitungen ausländerrechtliche Prüfungen
Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Dirk Peglow, hat sich im Streit um die jüngsten Äußerungen über „migrantische Chaoten“ bei den Krawallen im Anschluss an die Jugendproteste vom Wochenende hinter Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gestellt. Er forderte überdies schnelle Verfahren und auch ausländerrechtliche Prüfungen.
„Wir müssen ehrlich darüber sprechen, was in Frankfurt passiert ist“, sagte er dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ („RND“). „Wenn man sich die Bilder von den Ausschreitungen anschaut, muss man zu dem Ergebnis kommen, dass unter den Randalierern vor allem junge Männer aus einem migrantisch geprägten Milieu aktiv waren. Teile dieser Gruppen sind der Polizei aus dem innerstädtischen Geschehen bekannt. Das muss benannt werden können. Dabei geht es um konkrete Tätergruppen, nicht um Menschen mit Migrationshintergrund insgesamt. Dass viele der Festgenommenen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, ändert an der Einordnung des Milieus nichts.“
Für Silvester und andere Großlagen müsse sich die Polizei darauf einstellen, dass diese gewaltbereite Klientel erneut auftreten könnte, fügte Peglow hinzu. „Die Randalierer haben mit ihrem Verhalten gezeigt, dass sie erhebliche Schäden für Ladeninhaber und Verletzungen von Polizeibeamten in Kauf nehmen. Das ist erschreckend und für die Polizei eine erhebliche zusätzliche Belastung, wenn man kommende Einsatzlagen bewältigen muss.“
Vereinzelt müssten auch ausländerrechtliche Konsequenzen geprüft werden
Der BDK-Chef sagte dem „RND“ weiter: „Ich bin zuversichtlich, dass sich mithilfe der Videoaufnahmen und der weiteren Ermittlungen viele Tatverdächtige identifizieren lassen. Die Verfahren müssen dann zügig geführt werden und dürfen nicht über Jahre dauern. Bei nachgewiesenen schweren Straftaten müssen Sanktionen erfolgen, die spürbar sind. Bei nichtdeutschen Staatsangehörigen müssen außerdem die ausländerrechtlichen Folgen im jeweiligen Einzelfall geprüft werden. Eine Ausweisung ist nicht automatisch möglich, aber die rechtlichen Möglichkeiten müssen geprüft werden.“
Ein pauschales Demonstrationsverbot hält Peglow nach eigenen Worten für schwierig. „Die Anliegen der Jugendproteste und das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit müssen respektiert werden“, sagte er. „Nach den bisherigen Erkenntnissen verlief die Demonstration überwiegend friedlich, auch wenn einzelne Teilnehmende gegen Auflagen verstießen und es gegen Ende zu Gewalt kam.“
Bei bundesweiten Jugendprotesten der Gruppierung „Gen Z regelt“ waren am Samstag zunächst Zehntausende Menschen nach Behördenangaben weitgehend friedlich auf die Straße gegangen. Anschließend kam es unter anderem in Frankfurt am Main, Köln, Berlin und Hamburg zu schweren Ausschreitungen. Dobrindt hatte am Sonntagabend davon gesprochen, dass friedliche Proteste gegen Abend von gewaltbereiten linken Gruppen und migrantischen Chaoten gekapert worden seien.
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