Zwei weitere Ministerpräsidenten sprechen sich für Aigner als Bundespräsidentin aus
In der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhält die CSU-Politikerin Ilse Aigner weitere parteiübergreifende Unterstützung. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sprachen sich in Interviews für die am Sonntag ausgestrahlte ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ für eine mögliche Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin aus.
Kretschmer bezeichnete Aigner als „ganz herausragende Persönlichkeit“. Er wünsche sich eine Frau, die das Land zusammenführen könne und parteiübergreifend antrete. „Wer das hört, wird feststellen: Das trifft auf Ilse Aigner zu“, sagte Kretschmer. Einen Anspruch der CDU auf das höchste Staatsamt hält er nicht für entscheidend. Es gehe darum, „die beste Persönlichkeit für dieses Land“ zu finden.
Bovenschulte sagte über Aigner: „Die bringt die notwendigen Voraussetzungen mit – von der Fachlichkeit, von ihrem Auftreten, aber auch von der empathischen Grundeinstellung her.“ Es sei „sehr richtig“, wenn Deutschland erstmals eine Bundespräsidentin bekäme. Nun seien die CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz gefordert.
CSU-Chef Markus Söder bekräftigte seinen Anspruch, Aigner ins Rennen zu schicken. Die CSU habe in 75 Jahren weder den Bundeskanzler noch den Bundespräsidenten gestellt. „Eigentlich kann man schon mal argumentieren, dass wir jetzt auch ein bisschen dran wären“, sagte Söder der ARD. In Teilen der CDU gibt es hingegen Forderungen nach einer Kandidatur aus den eigenen Reihen.
Die CDU-Abgeordnete Anne König erklärte, für sie sei nicht entscheidend, ob die Kandidatin von CDU oder CSU komme. Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg (CDU) sagte dagegen, wichtiger als das Geschlecht sei „echte politische Autorität“.
Merz hatte sich beim CSU-Parteitag am Samstag nicht auf Aigner festgelegt. Das CDU-Präsidium will am 9. November über die Kandidatenfrage beraten. Die Bundesversammlung wählt am 30. Januar den Nachfolger oder die Nachfolgerin Steinmeiers, der nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren darf.
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