Juso-Chef Türmer kann sich Frau als alleinige Vorsitzende vorstellen – „Mann nicht“
Juso-Chef Philipp Türmer hat sich offen für die Abschaffung der Doppelspitze bei der SPD gezeigt und eine Frau als mögliche alleinige Vorsitzende ins Spiel gebracht. „Die Doppelspitze ist nicht für alle Ewigkeit festgeschrieben“, sagte Türmer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Eine Frau kann ich mir als alleinige Vorsitzende vorstellen, einen Mann nicht.“
Der ursprüngliche Plan, mit der Doppelspitze Frauen in der SPD zu stärken, habe „nicht gut funktioniert“, sagte Türmer weiter. In der Vergangenheit hätten Frauen an der Spitze den Hauptteil der Kritik auf sich gezogen und wie eine Art Schutzschild für den Mann gewirkt.
„Daraus abzuleiten, dass es jetzt ein Mann allein machen soll, wäre absurd“, sagte der Juso-Chef. „Zumal wir sehr starke Frauen haben, denen ich den Vorsitz auch alleine zutraue.“ Ob die SPD künftig auch eine Einzelspitze ermöglichen will, könne die Partei vor Wahlen immer wieder neu entscheiden.
Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil hatte nach dem Rücktritt von SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas vor knapp zwei Wochen angekündigt, dass auf einem Parteitag „die gesamte Führungsriege der SPD“ zur Wahl stehen soll. Die Neuwahl des Parteivorstandes soll auf einem ordentlichen Bundesparteitag am 16. und 17. Januar in Bremen stattfinden. Nach Klingbeils Willen soll es erneut eine Doppelspitze aus einer Frau und einem Mann geben.
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