AfD-Vorsprung schmilzt in zwei Umfragen – Mehrheit lehnt Rot-Grün-Rot in Berlin ab
Der Vorsprung der AfD vor der Union schmilzt aktuellen Umfragen zufolge. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, fiele die AfD um zwei Punkte auf 26 Prozent, wie aus dem ZDF-„Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht. Die Union könnte sich um zwei Punkte auf 23 Prozent verbessern.
Die SPD läge demnach mit einem leichten Zugewinn von einem Punkt bei 14 Prozent. Die Grünen würden zwei Punkte einbüßen und 13 Prozent bekommen. Die Linke fiele um einen Punkt auf 11 Prozent. Außerdem würde die FDP mit 3 Prozent weiterhin den Einzug ins Parlament verpassen.
Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 10 Prozent (plus 2), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Der Umfrage zufolge hätte die derzeitige schwarz-rote Regierungskoalition keine Mehrheit.
Die Umfragewerte des ZDF-„Politbarometers“ im Überblick:
- AfD: 26 Prozent (-2)
- CDU/CSU: 23 Prozent (+2)
- SPD: 14 Prozent (+1)
- Grüne: 13 Prozent (-2)
- Linke: 11 Prozent (-1)
- FDP: 3 Prozent (+/-)
Für die nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage hat die Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 20. und 22. Oktober insgesamt 1225 Wahlberechtigte online und telefonisch befragt. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte.
AfD verliert gegenüber Union, SPD rückt an Grüne heran
Auch in der aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach bleibt die AfD weiterhin stärkste Kraft, die Union kann den Abstand aber auch hier leicht verkürzen. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden laut der Befragung für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ 27 Prozent der AfD ihre Stimme geben, ein Prozentpunkt weniger als im September.
Die Union liegt unverändert bei 23 Prozent. Der Abstand zwischen AfD und Union ist bei Allensbach deutlich kleiner als bei anderen Instituten.
Die SPD kann einen Punkt zulegen und liegt gleichauf mit den Grünen, die unverändert bei 14 Prozent stehen. Die Linke steigert sich um einen Punkt auf 11 Prozent. Die FDP würde mit 4 Prozent den Einzug in den Bundestag verfehlen, nachdem sie im September noch bei 5 Prozent gelegen hatte.
Die Umfragewerte von Allensbach im Überblick:
- AfD: 27 Prozent (-1)
- CDU/CSU: 23 Prozent (+/-)
- SPD: 14 Prozent (+1)
- Grüne: 14 Prozent (+/-)
- Linke: 11 Prozent (+1)
- FDP: 4 Prozent (-1)
Für die Umfrage wurden vom 2. bis 16. Oktober 1048 Personen befragt. Die Fehlerspanne beträgt entsprechend der Stichprobengröße bei einem Anteilswert von 30 Prozent rund drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund zwei Prozentpunkte.
Mehrheit lehnt rot-grün-rote Koalition in Berlin ab
Auch zu einer möglichen linken Regierung in der Hauptstadt äußerten sich die Befragten beim ZDF-„Politbarometer“. Demnach ist eine Mehrheit der Deutschen nicht überzeugt von Rot-Grün-Rot unter Führung der Linken im Land Berlin. Käme es zu einer solchen Koalition, fänden das 56 Prozent schlecht. Auch 42 Prozent der SPD-Anhänger und 26 Prozent der Befragten, die den Grünen nahestehen, sind dieser Auffassung. Insgesamt 26 Prozent der Befragten fänden eine solche Regierung dagegen gut, 16 Prozent wäre es egal.
Die Linke mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp hatte vor einigen Wochen die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus deutlich vor der CDU gewonnen – sie wird möglicherweise erstmals die Regierende Bürgermeisterin stellen. Neben der Berliner SPD haben auch die Grünen die Aufnahme von gemeinsamen Koalitionsverhandlungen mit der Linken beschlossen. Eine Entscheidung der Linken steht noch aus.
Die Linke sah sich in den vergangenen Wochen Vorwürfen zum Umgang mit Antisemitismus und organisierter Kriminalität ausgesetzt. Eine gemeinsame Erklärung zum Thema Antisemitismus, auf die sich die drei Parteien noch vor Beginn der Sondierungen verständigten, soll im Fall einer Regierungsbildung in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden.
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