Der frühere Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, hält die Zuversicht des US-Präsidenten nach den jüngsten Gesprächen mit Moskau für unbegründet. „Nein, Frieden ist nicht in Sicht. Es ist lächerlich, dass Trump so etwas behauptet“, sagte Hodges dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND).

Trump hatte am Mittwoch in Washington eine baldige Friedenslösung in Aussicht gestellt: „Vielleicht sind wir jetzt so nah dran wie noch nie“, behauptete er.

Am Mittwoch hatte der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach Kreml-Angaben etwa drei Stunden lang mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin in St. Petersburg gesprochen. Witkoff nannte die Gespräche im Anschluss „konstruktiv“, es gebe aber „noch wichtige Arbeit zu erledigen“.

„Die russische Seite hat kein einziges Zugeständnis gemacht“, sagte Hodges nun dem „RND“. Und beklagte: „Trump hat sie nicht einmal dazu aufgefordert. Tatsächlich hat er nur Druck auf die Ukraine ausgeübt.“

Putin will Dreiergipfel mit Trump und Xi

Wie Russland habe die US-Regierung kein ernsthaftes Interesse an Verhandlungen, sagte Hodges. „Deshalb hat die Trump-Regierung zwei Immobilienmakler anstelle von Diplomaten entsandt.“ Neben Witkoff nahm an früheren Gesprächen mit Putin auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teil.

Hodges kritisierte zudem, dass Europa außen vor bleibe: „Dass kein anderes europäisches Land zu den Verhandlungen eingeladen wurde, zeugt davon, dass Russland Europa in den Verhandlungen kein Mitspracherecht einräumt.“ Dagegen müssten die europäischen Regierungschefs lautstark protestieren.

Gespräche in Oslo: Witkoff (rechte Tischseite, in der Mitte) brach im Anschluss nach Russland auf

Putin wünscht sich derweil ein Treffen mit Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft, der am 18. und 19. November in Shenzhen stattfindet. Trump zeigte sich am Montag dafür offen. Vereinbart sei das Treffen jedoch bisher nicht.

Die Strategie dahinter sei eindeutig, so Hodges: „Die Russen versuchen, die Offenheit des amerikanischen Präsidenten für Geschäfte mit dem Kreml auszunutzen und ihn auf ihre Seite gegen die Ukraine zu ziehen.“ Bei den Gesprächen zwischen China, Russland und den USA werde „bewusst nach einem Deal über die Köpfe der Ukrainer hinweg gesucht“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in Oslo gefordert, dass die Ukraine bei einem solchen Gipfel teilnehmen kann. Gespräche über die Zukunft seines Landes seien „nur akzeptabel, wenn wir am Verhandlungstisch sitzen“. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnte, ein Dreiertreffen würde Putin lediglich „ermutigen, diesen Krieg fortzusetzen“.

Trump hat mit Moskau bereits Diesellieferungen vereinbart. In St. Petersburg stellte Putin zusätzlich Dünger in großen Mengen für den US-Markt in Aussicht.

Das Verhältnis zwischen Washington und Kiew hatte sich zuletzt deutlich verschlechtert. Trump setzte geplante Sanktionen gegen Russland aus und forderte einen Machtwechsel in der Ukraine.

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