112 und 116 117 werden vernetzt – Bundestag beschließt Notfallreform
Die Notfallversorgung in Deutschland soll künftig über eine zentrale Ersteinschätzung besser und schneller werden. Der Bundestag votierte am Donnerstag mit den Stimmen von Union, SPD und Grünen für eine entsprechende Reform. Ziel ist es angesichts überlasteter Rettungsdienste und Notaufnahmen, den vertragsärztlichen Notdienst, die Notaufnahmen und die Rettungsdienste besser aufeinander abzustimmen. Zudem sollen die Patienten zielgenauer gesteuert werden. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) betonte, dass die Reform lange überfällig sei.
Zentraler Baustein ist eine Vernetzung der Notrufnummer 112 und der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117. Anhand eines Ersteinschätzungsverfahrens sollen gesundheitliche Beschwerden zunächst bewertet und die Anrufer dann in die passende Versorgung vermittelt werden. Über die 112 soll aber weiterhin für Notfälle mit Lebensgefahr oder schweren gesundheitlichen Störungen eine Rettungsleitstelle immer direkt erreichbar sein.
Integrierte Notfallzentren
An ausgewählten Kliniken sollen integrierte Notfallzentren – kurz INZ – etabliert werden, die rund um die Uhr geöffnet sind. Sie bestehen aus der Notaufnahme, einer Notdienstpraxis und einer Ersteinschätzungsstelle. In den INZ arbeiten damit Krankenhäuser und Kassenärztliche Vereinigungen verbindlich zusammen.
Neu im Gesetzentwurf ist, dass die Notfallrettung künftig als Sachleistung der gesetzlichen Krankenversicherung eingestuft werden soll. Damit wird verhindert, dass Versicherte einen Teil der Kosten selbst tragen müssen. Geplant ist auch eine bessere technische und digitale Ausstattung: Rettungswagen sollen künftig wichtige Informationen über den Zustand des jeweiligen Patienten standardisiert an Kliniken oder Arztpraxen übermitteln.
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