Der russische Ex-Präsident und Putin-Vertraute Dmitrij Medwedjew hat sich abfällig über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geäußert. „Die grüne Laus ist empört darüber, dass die USA die militärischen Informationen abwürgen. Ohne sie wird sie blind, gerät in Panik und rennt planlos umher“, schrieb Medwedjew auf der Plattform X. Er frage sich, was Selenskyj erwartet habe: Trump sei nicht Scholz.

Hintergrund ist ein Streit zwischen Selenskyj und dem amerikanischen Präsidenten. Selenskyj zufolge hatten US-Militärs gedroht, Geheimdienstdaten zurückzuhalten, sollten die Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien nicht aufhören. Doch trotz der zweitägigen ukrainischen Kampfpause seien den Streitkräften US-Frühwarnungen vor anfliegenden ballistischen Raketen vorenthalten worden, kritisierte Selenskyj.

Die US-Seite habe dies später als technische Störung bezeichnet. Zudem sei der Satellitendienst Starlink des Tech-Unternehmers und Trump-Unterstützers Elon Musk in der Ukraine gedrosselt worden, was Einsätze an der Front und ukrainische Gegenangriffe auf russisches Gebiet behindert habe. Selenskyj wies jedoch die Darstellung einer Panne zurück: Es sei kein technisches Problem gewesen, sondern Absicht, sagte er.

Tech-Milliardär Musk wies eine Verantwortung für jegliche Drosselung seines Satelliteninternetsystems Starlink zurück. Die militärische Version von Starlink, Starshield, werde vom US-Militär und letztlich dessen Oberbefehlshaber Donald Trump kontrolliert, betonte er in einem Beitrag auf X.

Später legte er dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj den Rücktritt nahe. „Es ist Zeit für Selenskyj zu gehen“, schrieb der Multimilliardär in seinem Onlinedienst X. „Das Massaker geht weiter“, schrieb Musk offensichtlich mit Blick auf den Ukraine-Krieg.

Selenskyj kündigte unterdessen an, die Angriffe auf russische Ölraffinerien wieder aufzunehmen. Im Zuge eines Diesel-Lieferabkommens mit Russland hatte US-Präsident Trump eine Waffenruhe beider Kriegsparteien bei Angriffen auf Energieanlagen angekündigt. Trump wollte damit kurz vor den US-Kongresswahlen die Kraftstoffpreise senken, die seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran im Februar stark gestiegen sind. Russland griff aber dennoch weiter ukrainische Energieanlagen an.

Trump hatte am Samstag die ukrainischen Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur scharf kritisiert und die Ablösung Selenskyjs gefordert.

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