CDU legt nach Wegner-Rückzug in Umfrage deutlich zu – Linke in Berlin klar auf Platz 1
Zwei Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat sich die CDU nach dem Rückzug von Kai Wegner deutlich erholt: Mit ihrem neuen Spitzenkandidaten Stefan Evers legen die Christdemokraten in einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap für den RBB um ganze drei Prozentpunkte auf 20 Prozent zu. Es ist der stärkste Zugewinn aller Parteien.
Vor einem Monat war die CDU in der gleichen Umfrage auf 17 Prozent (-2 Prozentpunkte) und Platz vier abgestürzt. Für die Rückkehr nach oben sorgte vor allem der Wechsel an der Spitze: 77 Prozent der Befragten finden es richtig, dass Wegner nicht erneut antritt.
Zur stärksten Kraft reicht es dennoch nicht – ganz vorn landet die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp, die zwei Punkte zulegt und nun auf 22 Prozent kommt.
Alle anderen Parteien verlieren demgegenüber. Die Grünen büßen zwei Punkte ein und kommen auf 17 Prozent. Die AfD verliert ebenfalls zwei Punkte und landet bei 16 Prozent.
Die SPD gibt einen weiteren Punkt ab und liegt mit zwölf Prozent abgeschlagen dahinter. FDP und BSW verharren bei jeweils drei Prozent und würden den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen.
Die Infratest-Umfrage im Überblick:
- Linke: 22 Prozent (+2)
- CDU: 20 Prozent (+3)
- Grüne: 17 Prozent (−2)
- AfD: 16 Prozent (−2)
- SPD: 12 Prozent (−1)
- FDP: 3 Prozent (unverändert)
- BSW: 3 Prozent (unverändert)
Rechnerisch reicht es damit für kein Zweierbündnis. Eine Fortsetzung der amtierenden schwarz-roten Koalition wäre nicht mehr möglich. Rechnerisch möglich wäre dagegen ein von der Linken geführtes rot-grün-rotes Bündnis, das nach dem aktuellen Stand auf 51 Prozent käme.
Bei einer Direktwahl des Regierenden Bürgermeisters läge Evers mit elf Prozent vorn, gefolgt von Eralp mit neun Prozent und dem Sozialdemokraten Steffen Krach mit sieben Prozent. AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker käme auf fünf Prozent, der Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf auf drei Prozent.
Nach dem Rücktritt von Kai Wegner übernimmt Stefan Evers die Spitzenkandidatur für die Berlin-Wahl. „Die CDU fährt mit ihrem Programm, Berlin sicherer und sauberer zu machen, nicht so schlecht“, sagt Pascal Biedenweg aus der Chefredaktion der Berliner Morgenpost.Wegner hatte Ende vergangener Woche seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur erklärt. Auslöser war die Berichterstattung über falsche Angaben zu seiner dienstlichen Kommunikation am ersten Tag des Stromausfalls Anfang Januar. Bei der Wiederholungswahl 2023 hatte die CDU mit 28,2 Prozent noch klar vor SPD und Grünen mit jeweils 18,4 Prozent gewonnen.
Wie fest die Berliner in ihrer Entscheidung sind, bleibt allerdings offen: Nur knapp die Hälfte der Befragten, 49 Prozent, gibt an, sich bereits sicher zu sein.
Die Infratest-Umfrage wurde am 16. Juli um 18 Uhr veröffentlicht. Konkrete Daten zur Anzahl der Befragten und zum Erhebungszeitraum wurden nicht veröffentlicht.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke