„Darüber kann ich nur lachen“ – Ruhs kritisiert Eskens Werbeboykott-Idee nach Höcke-Podcast
Die Journalistin Julia Ruhs hat den Vorschlag von SPD-Politikerin Saskia Esken für den Umgang mit dem AfD-Politiker Björn Höcke scharf zurückgewiesen. Eskens Vorstoß, Werbepartner von entsprechenden Formaten unter Druck zu setzen, sei „Quatsch“. Politiker müssten „definitiv andere Lösungen haben, um die AfD zu bekämpfen, als jetzt versuchen, ihnen die Plattform zu nehmen oder sie zu verbieten“, sagte Ruhs in einem Gespräch mit WELT TV.
Hintergrund ist ein mehrstündiges Podcast-Gespräch des AfD-Politikers mit dem Format „ungeskriptet“ von Ben Berndt, das seit Veröffentlichung kontrovers diskutiert wird. Kritiker wie Esken warnen vor einer unzureichenden Einordnung extremistischer Positionen.
SPD-Politikerin Esken äußerte sich zu dem Podcast bei Instagram. „Einem Faschisten wie Björn Höcke vier Stunden eine Bühne zu bieten – unscripted und unwidersprochen“, führt Esken in einem Instagram-Video aus, „damit kann man im Netz in kurzer Zeit Millionen von Aufrufe und ziemlich gute Werbeeinnahmen erzielen.“ Deshalb schlägt sie vor: „Ich sag‘ mal: Blacklisting hilft“.
Ruhs wertete Eskens Idee eines Werbeboykotts nun als Ausdruck politischer Schwäche. „Man merkt einfach, wie hilflos mittlerweile die Parteien agieren“, sagte sie. Gerade Parteien links der Mitte hätten „offenbar kein anderes Mittel, als zu zensieren zu wollen oder einfach die Leute aus der Öffentlichkeit zu drängen“. Dort habe man offenbar „kein anderes Mittel, als zensieren zu wollen oder einfach die Leute aus der Öffentlichkeit zu drängen“. Deshalb könne sie über entsprechende Forderungen „nur lachen“, denn es werde „immer einen YouTuber, einen Influencer geben“, der Höcke den Platz einräume. Deshalb sei die Frage, wie Medien mit ihrer veränderten Rolle umgehen, viel entscheidender.
Die Reaktion der früheren SPD-Chefin passt für Ruhs jedoch in ein größeres Bild von Hilflosigkeit der sozialdemokratischen Partei: „Wenn man jetzt so einen Abwehrkampf startet, zum Beispiel wie jetzt auch Saskia Esken, dann finde ich es ziemlich traurig“, sagte Ruhs. Das zeige, „wie wenig man eigentlich der AfD mittlerweile überhaupt noch ins Gehege kommen kann“.
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