Schwere Vorwürfe gegen US-Handelsminister Lutnick im Fall Epstein
Nach einer mehrstündigen Befragung vor dem US-Parlament zu seinen Kontakten mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist Handelsminister Howard Lutnick von Demokraten massiv attackiert worden. Mehrere Abgeordnete warfen dem Minister vor, die Öffentlichkeit über sein Verhältnis zu Epstein belogen zu haben. Sie forderten seinen Rücktritt.
Ein Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses soll das Missbrauchsnetzwerk des 2019 verstorbenen Finanzinvestors Epstein politisch aufarbeiten. Die Untersuchung soll unter anderem klären, wie er zu Einfluss und Reichtum gelangte und welche Netzwerke ihn möglicherweise schützten.
Aus Anfang dieses Jahres veröffentlichten Akten geht hervor, dass Lutnick länger zu Epstein Kontakt hatte als er zuvor angab. Bei einer Senatsanhörung gab Lutnick dann zu er habe Epsteins Karibikinsel 2012 – und damit Jahre nach dessen Verurteilung im Jahr 2008 – während eines Familienurlaubs besucht. Straftaten habe er dabei nicht beobachtet, sagte er und bestritt jegliches Fehlverhalten.
Auszüge der Jeffrey-Epstein-Akten, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurdenDer demokratische Abgeordnete Ro Khanna sagte zu der Befragung, Lutnick habe versucht, frühere Aussagen, wonach er nach einem Treffen 2005 nie wieder mit Epstein in einem Raum sein wollte, umzudeuten: „Er versuchte, das Wort ‚ich‘ so umzudeuten, als habe er eigentlich gemeint, er werde Epstein nicht allein treffen – es sei aber völlig in Ordnung, wenn seine Frau und seine Kinder Epstein sehen. Das ergab überhaupt keinen Sinn.“ Die Demokratin Yassamin Ansari sprach von einer „der ungeheuerlichsten Vertuschungen der amerikanischen Geschichte“. Lutnick habe behauptet, vor seinem Besuch auf der Insel nichts von den Straftaten gewusst zu haben.
Mehrere Demokraten äußerten zudem den Verdacht, Lutnick habe frühere Aussagen über mögliche Erpressung und Videoaufnahmen vonseiten Epsteins unter Einfluss der Regierung von Präsident Donald Trump zurückgenommen. „Er sagte selbst, dass er mit Leuten aus der Regierung gesprochen habe – und deshalb habe er nun seine Haltung geändert“, sagte Khanna.
Ausschusschef James Comer, ein Republikaner aus Kentucky, gab vor Beginn der Anhörung zu, Lutnick sei „nicht hundertprozentig ehrlich“ gewesen, was seine Aufenthalte auf Epsteins Insel angehe. Zugleich betonte Comer, er habe bislang „kein Fehlverhalten“ in den bekannten E-Mails zwischen Lutnick und Epstein gesehen.
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