Die ehemalige SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat zu einem Werbeboykott gegen einen Podcast mit Björn Höcke aufgerufen. Hintergrund ist ein jüngst veröffentlichtes, vierstündiges Interview des AfD-Politikers beim Podcast „Ungeskripted“ von Benjamin Berndt.

„Einem Faschisten wie Björn Höcke vier Stunden eine Bühne zu bieten – ungescripted und unwidersprochen“, führt Esken in einem Instagram-Video aus, „damit kann man im Netz in kurzer Zeit Millionen von Aufrufe und ziemlich gute Werbeeinnahmen erzielen.“

Unternehmen, deren Werbung in einem Podcast ausgespielt werde, sollten schauen, „wie sich das abstellen lässt“, sagt Esken. „Man muss das nicht ertragen, dass ein Faschist, finanziert durch den Werbeetat des eigenen Unternehmens, unwidersprochen vom geplanten Mord am deutschen Volk fabulieren darf.“ Ihren Beitrag schließt die SPD-Politikerin mit dem Aufruf: „Ich sag mal: Blacklisting hilft.“

Kritisiert wurde der Vorschlag von Esken unter anderem von dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP, Wolfgang Kubicki. „Ein Aufruf zum Werbeboykott bestimmter Medien, erkennbar aus dem Deutschen Bundestag gesendet, ist eine Entgleisung“, so Kubicki auf X. „In einer liberalen Demokratie entscheiden nicht Politiker, was Presse und andere Medien senden oder drucken“, argumentierte der FDP-Politiker weiter.

Er gebe ihr zwar in dem Punkt recht, dass Höcke Dinge gesagt habe, „die ich für wirklich dumm halte“. Kubicki fände es aber besser, „wenn er das vor einem möglichst großen Publikum sagt als in irgendwelchen rechten oder linken Filterblasen, in denen man mit einem solchen kollektivistischen Freiheitsbegriff anschlussfähig ist.“

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