Terroranschlag in London – Angreifer sticht in jüdischem Viertel auf Menschen ein
In London sind bei einem Messerangriff im Stadtteil Golders Green zwei Menschen verletzt worden. Die Polizei teilte mit, ein 45 Jahre alter Verdächtiger sei wegen versuchten Mordes festgenommen worden. Die Staatsbürgerschaft des Mannes und sein Hintergrund seien Gegenstand von Ermittlungen, hieß es.
Nach Angaben der Ermittler handelt es sich bei den Opfern um zwei Männer im Alter zwischen 30 und 40 sowie 70 und 80 Jahren. Beide befinden sich demnach in stabilem Zustand im Krankenhaus.
Die Polizei spricht von einem „terroristischen Vorfall“. Die Anti-Terror-Einheit leite die Ermittlungen, „um die ganzen Umstände und mögliche Terrorismusverbindungen aufzuklären“, hieß es.
Nach BBC-Informationen wurden die beiden verletzten Männer von dem jüdischen Rettungsdienst Hatzola behandelt. Auch eine jüdische Nachbarschaftsinitiative soll maßgeblich dazu beigetragen haben, den mutmaßlichen Täter bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Bereits zuvor hatte die jüdische Organisation Shomrim erklärt, Sicherheitskräfte aus der Gemeinde hätten eingegriffen, bevor der Mann von der Polizei überwältigt worden sei.
„Angriffe auf unsere jüdische Gemeinschaft sind Angriffe auf Großbritannien“
Premierminister Keir Starmer verurteilte die Tat scharf. „Der antisemitische Angriff in Golders Green ist zutiefst entsetzlich. Angriffe auf unsere jüdische Gemeinschaft sind Angriffe auf Großbritannien“, schrieb er auf X. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen.
Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer Serie „schockierender antisemitischer Angriffe“ auf die jüdische Gemeinschaft und erklärte: „Es darf absolut keinen Platz für Antisemitismus in der Gesellschaft geben.“ Die Polizei habe ihre Präsenz in dem Gebiet erhöht. Khan dankte zudem Rettungskräften und einer Nachbarschaftsinitiative für ihre schnelle Reaktion.
Die Labour-Abgeordnete Sarah Sackman, in deren Wahlkreis Golders Green liegt, bezeichnete den Vorfall ebenfalls als antisemitischen Angriff. „Die Angriffe auf britische Juden sind ein Angriff auf Großbritannien selbst“, schrieb sie auf X.
Israels Außenministerium macht der britischen Regierung Vorwürfe. „Nach Angriffen auf Synagogen, jüdische Einrichtungen, Gemeindekrankenwagen und nun auch gezielten Attacken auf Juden in Golders Green kann die britische Regierung nicht länger behaupten, die Lage sei unter Kontrolle“, hieß es in einem Post des Ministeriums auf der Plattform X.
Videos in sozialen Medien zeigen mutmaßliche Festnahme
Britische Medien berichteten zudem über bislang unbestätigte Aufnahmen in sozialen Medien, die die Festnahme zeigen sollen. Darauf ist unter anderem ein am Boden fixierter Mann zu sehen. Weitere Videos zeigen zahlreiche Rettungswagen und Polizeikräfte am mutmaßlichen Tatort.
Auf einem Video einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie ein Mann plötzlich auf einen an einer Bushaltestelle wartenden Mann, der sich gerade eine Kippa aufgesetzt hatte, mit einem Messer einsticht. Die BBC veröffentlichte die Aufnahme.
Der abgesperrte TatortDie Tat ereignete sich vor dem Hintergrund einer Serie antisemitischer Angriffe in London. Erst vor wenigen Wochen wurden in Golders Green bei einem mutmaßlich antisemitischen Brandanschlag vier Krankenwagen des jüdischen Rettungsdienstes Hatzola zerstört. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt.
Im vergangenen Monat nahm die Polizei im Zusammenhang mit Attacken auf jüdische Einrichtungen mehr als zwei Dutzend Personen fest. Dabei ging es unter anderem um in Brand gesetzte Krankenwagen und versuchte Brandanschläge auf Synagogen. Die Ermittler prüfen mögliche Verbindungen in den Iran. Britische Behörden hatten zuletzt davor gewarnt, dass Teheran versuche, kriminelle Handlanger für feindselige Aktivitäten im Vereinigten Königreich zu nutzen.
Seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen ist die Zahl antisemitischer Vorfälle in Großbritannien stark gestiegen. Verschärft hat sich die Lage zuletzt auch durch die US-israelischen Angriffe auf den Iran.
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