Moscheebesuch eskaliert – Australischer Premierminister wird ausgebuht
Besucher haben den australischen Premierminister Anthony Albanese während seines Besuchs von Australiens größter Moschee ausgebuht. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.
Hintergrund des Zwischenfalls soll Unverständnis für Albaneses Haltung zu Israel und dem Gazakrieg sein. Albanese hatte die Moschee anlässlich des Zuckerfests, Eid-al-Fitr, besucht.
Videoaufnahmen zeigen, wie Besucher die Veranstaltung in der Lakemba-Moschee im Westen Sydneys unterbrechen – rund 15 Minuten, nachdem Premier Albanese und Innenminister Tony Burke sich der Veranstaltung zum Ende des Fastenmonats Ramadan angeschlossen hatten.
Moscheebesucher buhten die beiden Politiker aus. Sie riefen „Raus hier!“ und bezeichneten sie als „Völkermordbefürworter“. „Liebe Brüder und Schwestern, bleibt bitte ruhig“, soll daraufhin ein Organisator an die Menge appelliert haben. „Es ist Eid. Es ist ein freudiger Tag.“
Als Albanese und Burke die Veranstaltung verließen, folgten ihnen Moscheebesucher und riefen: „Schämt Euch!“ Ein Sicherheitsbeamter soll einen Mann zu Boden gerungen und abgeführt haben.
Premierminister spricht von „positiver“ Veranstaltung
Albanese sagte später gegenüber Reportern, die Veranstaltung sei trotz des Vorfalls „unglaublich positiv“ verlaufen. „Wenn in einer Menschenmenge ein paar Leute Zwischenrufe machen, sollte man das im richtigen Verhältnis sehen“, erklärte er. Albanese fügte hinzu, dass ein Teil der Frustration darauf zurückzuführen sei, dass die Regierung in diesem Monat die islamistische Organisation „Hizb ut-Tahrir“ als verbotene Gruppe eingestuft habe.
Zuletzt kam es im Februar zu Protesten, als der israelische Präsident Isaac Herzog auf Einladung von Albanese nach Australien gereist war, um nach dem antisemitischen Terroranschlag am Bondi Beach mit 15 Toten seine Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft zu bekunden.
Australien hatte vergangenes Jahr Palästina als Staat formal anerkannt. Israel wirft der australischen Regierung vor, Antisemitismus „zu fördern und zu ermutigen“.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke