Frauenministerin Prien will Porno-Deepfakes besonders bestrafen
Frauenministerin Karin Prien (CDU) will schärfer gegen Deepfakes und Identitätsklau von Frauen im Internet vorgehen. „Wir müssen Frauen und Mädchen besser vor digitaler Gewalt schützen“, sagte Prien dem stern nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes. „Digitale Technologien bringen neue Formen von Gewalt hervor – von bildbasiertem Missbrauch bis hin zu Deepfake-Pornografie.“ Täter würden den digitalen Raum gezielt für Kontrolle, Belästigung und Demütigung von Frauen nutzen, sagte Prien.
Insbesondere gegen sogenannte Deepfakes will die Christdemokratin härter vorgehen: „Wir müssen uns jetzt damit befassen, eine gesetzliche Grundlage zur Strafbarkeit von Deepfakes zu schaffen, was die Erstellung und Verbreitung angeht“, sagte die Frauenministerin. „Und klar ist: Darstellungen, die besonders tief in das Persönlichkeitsrecht des Einzelnen eingreifen, müssen strafschärfend wirken, etwa wenn pornografisches Material erstellt und verbreitet wird.“ Das habe die CDU auf ihrem vergangenen Parteitag beschlossen.
Prien wies in diesem Zusammenhang auch auf das Ende der freiwilligen Chat-Kontrolle auf EU-Ebene hin. Diese befristete Ausnahme von europäischen Datenschutzregeln hatte es Messengerdiensten wie WhatsApp und Plattformen wie Instagram und LinkedIn bisher erlaubt, Nachrichtenverläufe zu scannen, um verbotene Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch aufzuspüren und zu melden. „Diese Ausnahme muss dringend verlängert werden, bis eine dauerhafte Regelung gefunden ist“, forderte Prien.
Fall Collien Fernandes: "Die Scham muss die Seite wechseln"
Die Frauenministerin nannte Spanien als ein politisches Vorbild in diesem Bereich. „Schon seit Längerem blicken wir nach Spanien, dort geht man dezidiert gegen geschlechtsspezifische Gewalt vor“, sagte die CDU-Politikerin. „Die Verbesserung des Schutzes von Frauen vor digitaler Gewalt ist ein erklärtes Ziel unserer Politik: Denn die Scham muss die Seite wechseln.“
Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der sich seit Langem gegen klare Regeln im Netz einsetzt, fordert eine sofortige, harte Reaktion des Staats. „Der Fall zeigt auf erschreckende Weise, wie dringend wir beim Schutz vor Deepfakes und Identitätsklau endlich vorankommen müssen“, sagte Günther dem stern. Wer im Internet gezielt Identitäten missbrauche und andere mit digitalen Fälschungen massiv schädige, dürfe sich nicht in der Anonymität des Netzes verstecken. „Deshalb braucht es jetzt die Klarnamenpflicht.“
Zuvor hatte schon Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erklärt, Strafbarkeitslücken im Fall von digitaler Gewalt schließen zu wollen. „Wir wollen dafür sorgen, dass sich Täter nicht mehr sicher fühlen können, sondern dass sie damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden“, sagte Hubig den Sendern RTL und ntv am Donnerstag.
Zuvor hatte der „Spiegel“ über Vorwürfe von Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen berichtet. Ulmen selbst hat erklärt, rechtlich gegen die Berichterstattung vorzugehen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Der Schauspieler und Produzent soll sich mit digitalen Fake-Profilen als Fernandes ausgegeben und unter anderem mit Männern Telefon-Sex gehabt haben. Fernandes spricht von „digitaler Vergewaltigung“, die zehn Jahre angedauert haben soll. Hinzu kommen Vorwürfe der körperlichen Gewalt.
- Karin Prien
- Collien Fernandes
- Frauen
- CDU
- Spanien
- Schleswig-Holstein
- Daniel Günther
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke