Die Grünen haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg knapp gewonnen. Nach der Auszählung aller Wahlkreise kamen die Grünen nach Angaben der Landeswahlleitung bei den Zweitstimmen – also den Stimmen für die ⁠Parteien – auf 30,2 und die ​CDU auf 29,7 Prozent.

Nachdem die ersten Prognosen am Sonntag um 18 Uhr einen klaren Sieg für die Grünen ausgewiesen hatten, schmolz der Vorsprung auf die CDU im Laufe des Wahlabends. Zwischenzeitlich lagen beide Parteien fast gleichauf. Nun beträgt der Unterschied einen halben Prozentpunkt oder 27.000 Stimmen.

Alles zur Landtagswahl in Baden-Württemberg im Liveticker.

Die AfD gewinnt von allen Parteien am meisten hinzu und erhält 18,8 Prozent. Die SPD ‌kommt auf 5,5 Prozent – ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl. Spitzenkandidat Andreas Stoch kündigte noch am Wahlabend seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an.

Die FDP ist mit einem Ergebnis von 4,4 Prozent erstmals in ihrer Geschichte nicht mehr im Landtag ihres einstigen Stammlandes Baden-Württemberg vertreten. Auch die Linkspartei verfehlte mit 4,4 Prozent den Einzug in den Landtag, in dem sie allerdings noch nie vertreten war.

Die Werte der Parteien im Überblick:

CDU gewinnt die meisten Direktmandate, Grüne siegen in Stuttgart

Bei den Erststimmen, also den Stimmen für die Direktkandidaten, lag die CDU im Schnitt bei 34,3 Prozent und damit deutlich vor den Grünen mit 25,5 Prozent. Die SPD-Direktkandidaten erhielten im Schnitt 8,4 Prozent. Die meisten Direktmandate gewann mit 56 die CDU. Die Grünen waren in 13 Wahlkreisen erfolgreich, darunter in allen vier Stuttgarter Wahlkreisen. Der AfD gelang der Achtungserfolg, ein Direktmandat in Mannheim zu gewinnen.

Deutlich für sich entschied Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir seinen Wahlkreis in Stuttgart. Nach dem vorläufigen Ergebnis gewann Özdemir 47,9 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis Stuttgart II.

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel sicherte sich das Direktmandat in seiner Heimat Ehingen (Alb-Donau-Kreis) mit 47,1 Prozent der Stimmen. Bei der Landtagswahl 2021 waren es noch 35,9 Prozent gewesen.

So wirkt sich das Wahlergebnis auf den Landtag aus

Im neuen Landtag kommen die Grünen nach Angaben der Landeswahlleitung auf 56 Sitze (plus/minus 0), die CDU auf 56 (plus 14). Die AfD stellt im neuen gewählten Parlament 35 Abgeordnete (+18), die SPD 10 (-9). Damit sind seit 2011 erstmals wieder nur vier Parteien im Stuttgarter Landtag vertreten (damals CDU, Grüne, SPD, FDP).

Insgesamt wächst die Zahl der Abgeordneten von 154 auf 157. Aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten weicht sie damit deutlich von der Regelgröße von 120 Abgeordneten ab.

Die Wahlbeteiligung war mit 69,6 Prozent höher als vor fünf Jahren. Rund 7,7 Millionen Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen – erstmals durften auch 16- und 17-Jährige wählen. Bei Jungwählern schnitten die Grünen und AfD am besten ab, vor CDU und den ‌Linken.

Die CDU lag in den Umfragen vor Wahl viele Monate deutlich vorn. Doch dann holten die Grünen deutlich auf. In der letzten Umfrage vom Freitag lagen beide Parteien gleichauf bei 28 Prozent.

Außerdem wurden am Sonntag in Bayern Oberbürgermeister, Landräte und Kommunalparlamente gewählt. Am 22. März folgen die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, die Kommunalwahl in Hessen und eine Reihe von Stichwahlen in Bayern.

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