Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stellt die Anzahl der deutschen Bundesländer infrage. Davon halten noch nicht einmal seine eigenen Bürger etwas.

Es war ein überraschender Vorstoß von Markus Söder. Größere Einheiten seien erfolgreicher als kleine, so der CSU-Chef, deswegen brauche es "weniger Bundesländer, ganz einfach". Welche Länder er einsparen wolle, verriet der bayerische Ministerpräsident nicht. Gemeint haben dürfte er neben dem Saarland aber vor allem die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. 

Selbst die Bayern widersprechen Markus Söder

Die Deutschen lehnen mit deutlicher Mehrheit eine Verringerung der Zahl der Bundesländer ab. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des stern. 64 Prozent sind gegen eine Länderneugliederung, 30 Prozent dafür und sechs Prozent äußern sich nicht. Auch in Bayern lehnen  67 Prozent der Bürger eine Neugliederung ab. Ähnlich sind die Ergebnisse in anderen bevölkerungsreichen Ländern – etwa in Nordrhein-Westfalen (61 Prozent) und Baden-Württemberg (69 Prozent). Wenig überraschend sind auch die Einwohner der kleineren Bundesländer (unter vier Millionen Einwohnern) zu 65 Prozent gegen Söders Vorstoß. Zu den kleineren zählen neben den Stadtstaaten Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. 

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Auch zwischen West- und Ostdeutschland gibt es keinen Unterschied in der Beurteilung: 64 bzw. 65 Prozent sprechen sich dagegen aus. Die meisten Sympathien für eine Länderneugliederung gibt es noch bei den Wählern von CDU/CSU (38 zu 58 Prozent). Am größten ist mit 71 Prozent der Widerstand bei den Anhängern der SPD. Gerade mal 22 Prozent der SPD-Anhänger sind dafür, kleinere mit größeren Ländern zusammenzulegen. Kaum verwunderlich: Die Partei stellt in den meisten kleinen Ländern den Regierungschef.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa für den stern und RTL Deutschland am 15. und 16. Januar 2026 erhoben. Datenbasis: 1008 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Damit ist die Umfrage repräsentativ.

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