CSU-Chef Markus Söder hat die schwarz-rote Koalition aufgefordert, Reformen für eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft rasch ohne Rücksicht auf die in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen anzugehen. „Wir dürfen nicht Entscheidungen, von denen wir überzeugt sind, aus Angst aufschieben“, sagte Söder der „Augsburger Allgemeinen“ vom Samstag.

„Hätte Gerhard Schröder so gehandelt, hätte es die Agenda 2010 nie gegeben“, sagte er. „Wir müssen jetzt klare Entscheidungen treffen und dürfen keine Zeit mehr verschwenden“, forderte Söder. „Das kann auch mal wehtun, aber ich bin nicht bereit, einfach hinzunehmen, dass wir absteigen.“

Dabei dürfe die Koalition auch keine Angst vor der Auseinandersetzung mit der AfD haben. „Alles, was die AfD will, wäre ein Desaster für unsere Wirtschaft“, sagte Söder. „Zum Beispiel der Austritt aus der EU. Das werden wir den Menschen klarmachen. Und dass die Begeisterung der AfD für Wladimir Putin zu einer Art Warschauer Pakt 2.0 führen würde.“

Die Welt verändere sich derzeit grundlegend, fuhr Söder fort. „Heute ist alles anders. Und deshalb müssen auch wir uns ändern“, sagte er. „Die großen Säulen, auf denen Deutschland so stabil gestanden hat, sind brüchig.“ Dies gelte für den bisherigen Schutz durch die USA, die Exportmöglichkeiten nach China und billige Energie aus Atomkraft und russischem Gas.

Es gebe zwar keinen Grund zur Panik. „Aber zwei Bereiche müssen wir so schnell wie möglich stärken: die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes“, sagte Söder.

„Wir haben mit unserem Koalitionsvertrag einen Bauplan als Masterplan aufgestellt“, sagte der CSU-Chef. Jetzt gehe es darum, den Bau voranzutreiben. „Eines sollten wir nicht vergessen: Das ist nicht die erste Krise - und wir haben uns immer wieder rausgekämpft“, sagte Söder. „Das wird uns auch diesmal gelingen.“

Söder unterzog sich einer Hüft-OP

Im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ sprach Söder auch über eine erzwungene Ruhepause im Krankenhaus aufgrund einer Hüft-OP an Weihnachten. „Es war wie im Urlaub: Ab dem dritten Tag fallen mir tausend Dinge ein, die man machen könnte“, sagte Söder. Für das Ärzteteam sei er wahrscheinlich ein anstrengender Patient gewesen.

„Mir geht es da wohl wie vielen Menschen: Ich habe ‚Dr. House‘ und andere Arzt-Serien gesehen und stelle auf Basis dieses Halbwissens immer wieder Nachfragen.“ Aber er höre auch auf den Rat der Fachleute, betonte Söder. „Eine medizinische Therapie ist so ähnlich wie Reformen in der Politik: Die Therapie tut weh und mittendrin zweifelt man auch mal. Aber wer es durchzieht, wird erfolgreich sein.“

Mit Blick auf seine vielfach kritisierten Auftritte in den sozialen Medien sagte Söder der Zeitung: „Das erreicht sehr viele Menschen - gerade auch Jüngere, die sonst nur schwer für politische Inhalte zu gewinnen wären. Wer behauptet, Klicks spielen keine Rolle, der täuscht sich.“ Natürlich dürfe man nicht übertreiben, aber der Zeitaufwand dafür sei gering. „Übrigens: Wenn ich sehe, wer heute im Internet alles kocht, isst, singt oder Weihnachtspullover trägt, dann lässt sich über die Kritik zumindest streiten.“

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