„Das ist eine Frechheit“ – Hertha ringt wütende Wolfsburger nieder
Tabellenführer Hertha BSC hat bei der brisanten Rückkehr von Ex-Kapitän Fabian Reese nach Berlin seine Vormachtstellung in der Zweiten Liga untermauert. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl besiegte Reese und den lange in Unterzahl spielenden VfL Wolfsburg im Olympiastadion mit 2:1 (2:0).
Mit sieben Punkten vor Nürnberg bleiben die ungeschlagenen Berliner souveräner Tabellenführer. Der Vorsprung auf Wolfsburg beträgt nach elf Spielen sogar schon zwölf Zähler. „Ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft. Die zweite Halbzeit war nicht unsere beste, aber wir haben das Ding gezogen“, sagte Kapitän Josip Brekalo.
Die Berliner bestimmten die Partie nach der Roten Karte für Cleiton in der 22. Minute. Oluwaseun Adewumi (44.) und Deyovaisio Zeefuik (45.+2) schossen den Gastgeber vor einer großen Kulisse von 70.928 Fans in Führung. Kento Shiogai (47.) brachte den VfL wieder ins Spiel, aber es blieb beim Anschlusstreffer.
Reese wurde bei seinem ersten Spiel gegen die Hertha nach seinem Wechsel nach Niedersachsen im Sommer bei jeder Aktion lautstark ausgepfiffen. Der Transfer hatte viele Berliner Fans gegen ihren ehemaligen Publikumsliebling aufgebracht. Hertha-Trainer Leitl setzte auf Zeefuik als Gegenspieler für Reese. Der zeigte sich zunächst unbeeindruckt von der Kulisse und feuerte den Ball kurz nach Anpfiff an die Latte (2. Minute).
In der erst ausgeglichenen Partie mit viel Tempo veränderten sich die Kräfteverhältnisse nach dem Platzverweis für Cleiton, der Hertha-Stürmer Sebastian Grönning als letzter Mann an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht hatte. Nach Intervention des VAR machte Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck aus dem zunächst gegebenen Elfmeter einen Freistoß. Aus der Gelben Karte wurde die Rote.
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Die Hausherren schnürten den VfL jetzt ein und schlugen dann kurz vor der Pause zu. Erst traf Adewumi nach einem zu schwachen Wolfsburger Klärungsversuch aus dem Rückraum. Dann leitete Zeefuik mit einem seiner zahlreichen Ballgewinne sein eigenes Tor ein - blitzschnell bedient von Grönning.
Der gerade erst eingewechselte Kento Shiogai nutzte einen Aussetzer in der Berliner Abwehr zum 1:2. Paul Seguin vergab auf der anderen Seite aus guter Position (50.). Die Berliner blieben das dominante Team, verspielten aber einige Konter und mussten am Ende in einer fast zehnminütigen Nachspielzeit noch einmal zittern.
Kento Shiogai erzielt den AnschlusstrefferGlück kam hinzu: Shiogai drang in den Strafraum ein und fiel nach einem Zweikampf mit Niklas Kolbe. Doch Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck ließ trotz des Kontakts weiterlaufen. Auch der Videoschiedsrichter griff nicht ein. Sehr zum Unmut der Wolfsburger, die den Unparteiischen bestürmten.
So schimpfte Kapitän Maximilian Arnold: „Das ist ein Elfmeter. Das ist eine Fehlentscheidung, das ist eine Frechheit.“ Hertha-Trainer Stefan Leitl vertrat die gegenteilige Meinung: „Kein Elfmeter. 100-prozentig nicht. Es gibt keine aktive Bewegung von Kolbe.“
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