683 Millionen Euro für einen Spieler – der Gehalts-Wahnsinn kennt kaum noch Grenzen
Im US-Sport vergeht keine Saison ohne Rekord-Verträge. In der NBA unterschrieb kürzlich der Basketballspieler Donovan Mitchell (30) bei den Cleveland Cavaliers für 246 Millionen Euro über vier Jahre. Dadurch zieht er mit Oklahoma Citys Shai Gilgeous-Alexander (28) gleich. Sie teilen sich den NBA-Rekord für die Vertragsverlängerung mit dem höchsten Salär pro Jahr: 61,5 Millionen Euro.
Die Spitze des Gehaltswahnsinns stellt aber Baseballer Juan Soto (28) dar, der in der Major League (MLB) von den New York Mets 683 Millionen Euro über 15 Jahre erhält. Das sind 45,53 Millionen pro Jahr. Falls die Mets nach fünf Jahren nicht von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machen, gibt es noch 36 Millionen Euro Nachschlag.
Möglich machen solche Summen zahlungsbereite Klubeigentümer wie Hedgefonds-Manager Steve Cohen. Da es keine Gehaltsobergrenze gibt, hat er bei den Mets alle Freiheiten. Zwar richtete die MLB eine Luxussteuer ein, wenn man mehr als 218,8 Millionen Euro für seinen Kader ausgibt. Trotzdem werfen Cohen oder auch die Konkurrenz von den Los Angeles Dodgers mit Geld um sich.
Dort verdient Baseball-Superstar Shohei Ohtani (32) 625 Millionen für einen Zehnjahresvertrag. Doch der Klub vereinbarte mit dem Spieler einen Trick, um Luxussteuer zu sparen: Momentan kassiert Ohtani nur 1,8 Millionen Euro. Dafür erhält er nach der Karriere von 2034 bis 2043 jährlich 61 Millionen.
Franz Wagner gehörte zu den Top Ten
In der NBA gibt es zwar ein Maximalgehalt zu Vertragsbeginn, das bei mindestens zehn Jahren Ligaerfahrung bei 35 Prozent der jeweiligen Salary Cap – aktuell 51,8 Millionen Euro – liegt. Danach sind aber immer weitere Gehaltserhöhungen möglich. So entstehen Gesamtpakete wie 280 Millionen Euro über fünf Jahre bei Bostons Jayson Tatum (28). Orlandos Franz Wagner (25) verdient jetzt in fünf Jahren 201 Millionen. Damit war er zwischenzeitlich in der ewigen Top 10, mittlerweile rutschte er auf Rang 14 ab. Die Gehälter werden wegen der massiven TV-Einnahmen der NBA von 68 Milliarden Euro bis 2036 weiter steigen.
Die beste Basketball-Liga der Welt sorgte für Spektakel in Berlin. Zum ersten Mal fand ein reguläres NBA-Saisonspiel in Deutschland statt. Die Orlando Magic mit den deutschen Stars Moritz und Franz Wagner, sowie Tristan da Silva, bezwangen die Memphis Grizzlies. WELT-Sportredakteur Lutz Wöckener war vor Ort.Auch im Football gibt es fast jede Saison Rekordverträge: In diesem Sommer unterzeichnete Kansas Citys Quarterback Patrick Mahomes (30) einen neuen Achtjahres-Deal bis 2033. Sowohl das Gesamtpaket von 450 Millionen Euro als auch der Schnitt pro Saison von 56,25 Millionen Euro sind momentan NFL-Bestmarken. Er bekam den Vertrag, obwohl er Ende 2025 einen Kreuzbandriss erlitten hatte.
Im Eishockey sind die Gehälter am geringsten, da die NHL mit rund sieben Milliarden Euro Umsatz nur etwa ein Drittel der NFL generiert. Den Rekordvertrag für das Gesamtvolumen unterschrieb im August 2026 Colorados Verteidiger Cale Makar (28): 146 Millionen für acht Jahre. Der Vertrag des Kanadiers gilt ab 2027/28. Bis 2025 war noch Leon Draisaitl (31/Edmonton) mit 100 Millionen über acht Jahre der Top-Verdiener der NHL. Eine neue Bestmarke dürfte bald folgen: Der Vertrag von Draisaitl-Teamkollege Connor McDavid (29), aktuell NHL-Topscorer, läuft 2027/28 aus.
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