Dortmund nach knappem Sieg auf Kurs Richtung K.-o.-Runde – Leipzig verliert Spektakel gegen City
Borussia Dortmund ist dank des Treffers von Konstantinos Karetsas an die ersten acht Plätze in der Tabelle der Champions League herangerückt. Der Fußball-Bundesligist gewann vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion gegen den spanischen Klub Real Betis Sevilla mit 2:1 (0:0). Nach vier Spieltagen stehen die Dortmunder nun mit neun Punkten gut da und sind in Reichweite zur direkten Teilnahme am Achtelfinale.
Vor dem Siegtreffer des Griechen (72. Minute) hatte Fabio Silva (49.) die Dortmunder kurz nach der Pause in Führung gebracht. Für die Gäste aus Spanien traf Aitor Ruibal (67.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
Bereits vor der Partie am Mittwochabend kam es in Dortmund zu einem emotionalen Wiedersehen. Marc Bartra, der im April 2017 beim Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB als einziger Spieler physisch verletzt wurde, kehrte mit Betis Sevilla in das Dortmunder Stadion zurück.
BVB mit zwei frühen Chancen
Vor dem Anpfiff wurde der Spanier mit einer Grafik und dem Schriftzug „Einmal Borusse, immer Borusse!“ an der Stadionfassade begrüßt. Vor seiner Rückkehr nach Dortmund hatte Bartra betont, dass er eine besondere Verbindung mit dem BVB habe. Der Innenverteidiger kam in Dortmund jedoch nicht zum Einsatz.
Dortmunds Trainer Niko Kovac, der zuletzt gegen den FC Bayern mit einer Viererkette überrascht hatte, wechselte zurück zur bewährten Formation mit drei Innenverteidigern. Für das Duell mit Betis gab Kovac eine klare Marschroute vor: „Es gibt nur eine Richtung: Wir wollen das Ding gewinnen.“
Der Ansage ihres Trainers ließen die Dortmunder Spieler auf dem Platz zum Spielbeginn Taten folgen. Die Schwarz-Gelben starteten mit Offensivdrang in die Partie, über Julian Ryerson kam der Bundesligist früh zur ersten Gelegenheit. Der Norweger kam nach einer missglückten Klärungsaktion frei auf der rechten Seite zum Ball und brachte den Ball scharf in den Strafraum, wo Serhou Guirassy den Ball aus vollem Lauf knapp neben das Tor setzte (3.).
Goalgetter Guirassy verletzt raus
Die Gäste aus Andalusien versuchten es auf der anderen Seite immer wieder, mit schnellen Tempogegenstößen gefährlich vor das Tor der Dortmunder zu kommen. Über die schnellen Troy Parrott und Antony fand Betis nach einer knappen viertel Stunde das erste Mal eine Lücke und traf mit der ersten Chance zur vermeintlichen Führung (14.). Das Tor von Antony wurde wegen einer Abseitsstellung aber wieder einkassiert.
Von dem Schock des vermeintlichen Gegentores angetrieben, erspielten sich die Dortmunder ihre bis dato größte Chance. Wieder brachte Ryerson den Ball von der rechten Außenbahn scharf vor das Tor der Spanier, aus kurzer Distanz scheiterte Daniel Svensson an einem starken Reflex von Torwart Alvaro Valles (21.).
In der Mitte des ersten Durchgangs gab es den nächsten Schockmoment für die Dortmunder: Guirassy musste den Platz mit Oberschenkelproblemen verlassen und wurde durch Kartesas ersetzt. Vor der Halbzeit flachte die Partie etwas ab und es ging torlos in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel belohnten sich die Dortmunder dann endlich für ihre Torchancen. Zum wiederholten Male brachte Ryerson den Ball über die rechte Seite ins Zentrum, dort scheiterte Jobe Bellingham zunächst am starken Torwart Valles, im Nachschuss schob Silva den Ball aber aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie.
Torschütze für Dortmund: Fabio Silva (l.)Mit der Führung im Rücken nahm die Dominanz der Dortmunder im Laufe der zweiten Halbzeit immer weiter zu. Aus dem Nichts kam es dann zum Ausgleich. Aitor Ruibal glich aus kurzer Distanz nach Vorlage von Abde aus. Die Antwort des BVB ließ nicht lange auf sich warten: Karetsas schlug an der Strafraumkante erst einen Haken und schloss flach zur erneuten Führung ab.
Matchwinner Haaland
Manchester City mit Torjäger Erling Haaland hat im Parallelspiel die bisher makellose Heimserie von RB Leipzig in dieser Saison beendet. Nach fünf siegreichen Pflichtspielen und keinem einzigen Gegentor unterlag RB am vierten Spieltag in der Gruppenphase der Champions League zu Hause mit 2:3 (0:1).
Matchwinner in Leipzig: Erling HaalandNach zweimaligem Rückstand holte das Team von Martín Demichelis zweimal auf, ehe Manchesters Haaland (78. Minute) mit seiner ersten Chance den Siegtreffer zum Endstand erzielte. Die Engländer gingen durch ein Eigentor von Castello Lukeba (37. Minute) und dank Enzo Fernández (58.) zuvor zweimal in Führung. Ridle Baku (49.) und Antonio Nusa (61.) erzielten jeweils den zwischenzeitlichen Ausgleich vor 45.228 Zuschauern.
Der Klub aus der Premier League ist nach drei Siegen gut auf Kurs, Leipzig verbuchte in der Königsklasse nach den 1:4-Niederlagen in Como und bei Real Madrid nun die dritte Pleite. Auf der Habenseite ist bislang nur ein Sieg gegen die PSV Eindhoven (1:0). Der Druck steigt vor den Spielen gegen RC Lens (24. November) und dann am 8. Dezember bei Manchester United.
Die „Cityzens“ reisten verunsichert nach Sachsen. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Brighton & Hove Albion und dem 1:2 bei Aston Villa zuvor war die Tabellenführung in der Premier League weg. Zudem droht dem Klub weiter eine drastische Strafe wegen Verstößen gegen die Finanzregeln. „Was wir beeinflussen können, ist nur das Spiel, nicht was um uns herum und außerhalb des Platzes passiert. Die Spieler sind zu 100 Prozent auf Fußball fokussiert“, sagte Man-City-Trainer Enzo Maresca bei DAZN.
Startelf-Comeback für Baumgartner
Bei Leipzig feierte Christoph Baumgartner Startelf-Debüt in dieser Saison. Er kam nach seiner langwierigen Oberschenkelverletzung nur zu Kurzeinsätzen. Dennoch verbuchte er schon drei Tore und eine Vorlage. „Mein Riecher war nie weg, die Nase hat immer funktioniert“, sagte Baumgartner vor Anpfiff.
Für Demichelis wurde es vor dem Spiel gegen seinen Ex-Club emotional. Der Argentinier traf Kumpel und City-Trainer Maresca wieder - beide kennen sich aus gemeinsamen Spieler-Zeiten beim FC Malaga. „Das Emotionale ist nicht das Wichtige für mich. Wichtig ist: Heute haben wir eine super Mannschaft vor uns, einen super Gegner.“
Nach einer Gedenkminute für den gestorbenen Fußballer Jesús de Miguel setzten die Gäste das erste Achtungszeichen. Rayan Cherki (9.) verzog aus zehn Metern leicht. Den ersten Schuss aufs Tor verbuchte Leipzig, beim Schuss von Antonio Nusa (15.) sah City-Keeper Gianluigi Donnarumma nicht sicher aus. RB setzte den Plan von Demichelis - „dominant zu sein“ - gut um.
RB-Eigentor bringt harmlose Gäste in Führung
Nach einer Viertelstunde hatten die Leipziger mehr Spielanteile. Die Gäste setzten immer wieder Nadelstiche und versuchten es mit Flanken auf Haaland - es fehlte an Genauigkeit. So auch beim Schlenzer vom Baumgartner aus 20 Metern (30.). Die erste richtig gefährliche Toraktion hatte City bei einem Schuss von Phil Foden (36.). Sekunden später rutschte Innenverteidiger Lukeba bei einer Hereingabe von Nico O'Reilly beim Klärungsversuch vor dem einschussbereiten Fernández mit dem Ball ins eigene Tor.
Nach dem Wechsel hatte Baumgartner den Ausgleich auf dem Fuß, seinen Schuss in den Winkel kratzte Donnarumma raus. Beim Schuss von Baku aus einem äußerst spitzen Winkel (49.) ins kurze Eck sah der italienische Schlussmann dann schlecht aus.
RB drückte, Ezechiel Banzuzi (52.) knallte den Ball mit voller Wucht ans Außennetz. Nach gut einer Stunde kam Christopher Nkunku für Baumgartner. Mitten in der Leipziger Euphorie traf Fernandez per Kopf zur erneuten Führung. Es ging nun hin und her. Erst traf Nusa zum neuerlichen Ausgleich, dann schlug Haaland zu – und sorgte für den Endstand.
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