Am Halloween-Abend kam Max Eberl mit ernster Miene aus der Kabine des FC Bayern im Münchner Stadion. „Ein teures Unentschieden“, sagte der Sportvorstand des deutschen Fußball-Rekordmeisters nach dem 2:2 (1:0) im Topspiel der Bundesliga gegen Borussia Dortmund.

Hinter ihm ging Ismael Saibari an Krücken aus dem Stadion. Auch Serge Gnabry hatte sich in der Partie verletzt. Gleich zwei Offensivprofis mussten in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden.

Die ohnehin schon großen Personalsorgen der Bayern sind noch größer geworden. Bereits vor dem Spiel fehlten Torwart Manuel Neuer, Spielgestalter Jamal Musiala und Angreifer Luis Diaz. Zudem muss Cheftrainer Vincent Kompany erkrankt pausieren, Mittelfeldchef Joshua Kimmich fehlte zuletzt nach dem Tod seines Vaters. „Momentan fühlt es sich heftig an, was um uns herum passiert“, sagte Eberl am Samstagabend. „Beide Verletzungen sind wohl etwas größer, so sieht es zumindest aus.“

Auch Michael Olise musste in der Endphase der Partie vom Spielfeld, er humpelte später aus dem Stadion. Bei dem Offensivstar sieht es laut der Bayern nicht so schlimm aus, doch auch hier müssen Untersuchungen abgewartet werden. Kimmich, der gegen den BVB erstmals wieder spielte, sagte: „Es sah bei allen dreien nicht so aus, als wären sie nach zwei Tagen wieder da. Ich bin kein Arzt, aber das sah nicht gut aus.“

Serge Gnabry sitzt im Topspiel gegen den BVB verletzt auf dem Rasen

Aaron Danks, der den erkrankten Kompany vertritt, sagte: „Bei Saibari ist es der Knöchel, bei Gnabry und Olise handelt es sich um etwas Muskuläres.“ Bei Saibari sehe es nach etwas Schlimmeren aus.

Dienstag (21 Uhr, Amazon Prime Video) treten die Münchner in der Champions League bei Atlético Madrid an. „Das wird ein verdammt schwieriges Auswärtsspiel. Es ist sehr viel, was wir gerade zu verarbeiten haben“, sagte Eberl. Die Mannschaft müsse weiter resilient sein. Sie sei geknickt, dass sie gegen Dortmund „den Sack nicht zugemacht hat.“

Max Eberl: „Wir werden nicht abmelden“

Eberl wurde gefragt, ob man ob der verletzten Profis im Winter Spieler verpflichten müsse. „Jeder kennt unseren Kader und weiß, wer uns gerade zur Verfügung steht“, antwortete der ehemalige Profi. „Wir werden nicht abmelden, wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken. Luis Diaz und Jamal kommen zurück. Es ist ja nicht so, dass fünf Mann ein halbes Jahr ausfallen. Wir müssen jetzt abwarten, was die Untersuchungen ergeben.“

Vorstandschef Jan-Christian Dreesen machte bei Sky ebenfalls deutlich, dass man derzeit keine Wintertransfers wegen der Personallage plane. Mit den drei Ausfällen sei man „leid geprüft.“ Die Diskussion um mögliche Transfers im Winter käme zu früh. Dreesen verwies darauf, dass Musiala wohl noch vor der Länderspielpause Mitte November und Diaz danach wieder spielbereit sein werden.

Man werde trotzdem versuchen, das Beste bei Atlético zu erreichen, betonte Eberl: „Das ist eine große Aufgabe.“ Ob Neuer gegen Madrid wieder spielbereit sein wird, konnte der Sportvorstand am Samstagabend noch nicht sagen.

„Ich habe dem Physiotherapie-Team gesagt, dass sie jetzt eine wirklich wichtige Rolle dabei spielen, allen Spielern bei der Genesung zu helfen“, sagte Danks bei Sky.

Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren über den FC Bayern, die Nationalmannschaft sowie über Fitness-Themen. Er saß Samstagabend beim Topspiel im Münchner Stadion auf der Medientribüne.

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