Schalke 04 ist auch im vierten Bundesliga-Heimspiel ohne eigenes Tor geblieben. In sieben von zehn Pflichtspielen in dieser Saison stand bei Königsblau zum Schlusspfiff die Null. Eigentlich sollte die chronische Offensivschwäche des Aufsteigers nach der 0:2-Pleite gegen RB Leipzig das dominierende Thema sein. Didi Hamann aber pickte sich eine Szene raus, die aus Schalkes Defensive entspringt. Er redete sich über die Entstehung der Leipziger Führung in Rage.

Was war passiert? Nachdem die Schalker eine Situation im eigenen Strafraum eigentlich bereits geklärt hatten, übersah Satoshi Tanaka den heranstürmenden Romulo. Tanaka holte zwar nicht groß aus, traf aber statt des Balles den Leipziger leicht am Fuß, den Romulo clever in den Weg stellte. Schiedsrichter Max Burda zeigte sofort auf den Punkt. Auch von Videoschiedsrichter Günter Perl kam kein Einwand.

Es war keine klare Fehlentscheidung, dennoch reagierte Hamann im Sky-Nachlauf völlig aufgebracht. „Ich würde die Schalker heute ein Stück weit in Schutz nehmen, weil sie für mich durch eine glasklare Fehlentscheidung in Rückstand geraten sind“, sagte der frühere deutsche Nationalspieler. „Ich weiß gar nicht, ob er den trifft. Und wenn er ihn trifft, dann streichelt er ihn an der Achillessehne“, sagte Hamann.

Rückhalt bekam der Experte vom ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich. „Ich muss schon sagen, dass es sehr wenig ist und für mich die bessere Entscheidung gewesen wäre, den Strafstoß nicht zu pfeifen. Denn es ist wirklich sehr wenig, vor allem, weil der Spieler sehr viel draus macht“, sagte der Sky-Schiedsrichterexperte. Auch für Schalke-Kapitän Kenan Karaman war es „in meiner ersten Wahrnehmung viel zu wenig“.

Muslic weit weniger emotional als Hamann

Für Hamann war es mit dieser Bewertung der Szene aber nicht getan. Stattdessen kam der Ex-Spieler von Bayern München und dem FC Liverpool nun richtig in Wallung. „Wenn wir nicht anfangen, diese Elfmeter zurückzunehmen, stiften wir die Spieler an. Du kannst ihnen ja keinen Vorwurf machen. Wenn ich das heute sehe, dann sage ich: Männer, wenn ihr berührt werdet, egal wie schwer, geht runter“, sagte Hamann.

Er wolle auch die Argumentation nicht akzeptieren, dass Romulo ja einen Kontakt abbekommen habe. „Bitte fangt mir nicht damit an, dass da Kontakt war. Das ist der größte Unsinn, der größte Quark. Es ist ein Kontaktsport“, erklärte Hamann.

Miron Muslic reagierte weit weniger emotional. Er ärgerte sich in der Szene vor allem, dass Tanaka den Ball nicht sauber klärte. „Ich finde, wir sind in dieser Situation sehr, sehr ungeschickt und Leipzig maximiert diese Situation, weil sie einfach smart sind“, sagte Muslic bei Sky. „Wir müssen einfach vorher den Ball klären.“ Wäre das geschehen, hätte Muslic jetzt vielleicht keine Krise zu moderieren.

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