Mesut Özil hat ein Ende der Russland-Sanktionen im Fußball gefordert und dafür einen brisanten Vergleich mit Israel gezogen. Der Weltmeister von 2014 warf dem Weltfußballverband Fifa vor, bei Sanktionen gegen Russland und Israel mit zweierlei Maß zu messen. Seine Forderung: Russische Mannschaften sollten wieder international spielen dürfen.

Der frühere deutsche Nationalspieler war zu Besuch bei einem Veteranenspiel zwischen Istanbul Başakşehir und Zenit St. Petersburg. Nach dem 3:2-Sieg der Türken nutzte Özil die Bühne für einen politischen Appell.

„Der Fußball hat immer für Frieden gesorgt. Solange wir die Herkunft und den Glauben nicht beachtet haben, hat der Fußball die Menschen immer zusammengebracht. Wie Sie wissen, gab es keine Sanktionen gegen Teams aus Israel, aber gegen russische Teams. Ich möchte an der Stelle an die Fifa appellieren: Ich hoffe, dass sie die Doppelmoral beiseitelegen und alle gleich behandeln“, sagte Özil.

Nach dem völkerrechtswidrigen russischen Angriff auf die Ukraine schlossen Fifa und Uefa russische Mannschaften von ihren Wettbewerben aus. Özil forderte nun, die Sanktionen zu beenden. Israelische Teams dürfen, trotz Kritik einzelner Länder wie zum Beispiel der Türkei am Vorgehen Israels im Gazastreifen und Westjordanland, weiter an den Wettbewerben teilnehmen.

Putin ist Zenit-Fan, Erdoğan Başakşehir-Anhänger

Brisant: Sowohl Zenit St. Petersburg als auch Istanbul Başakşehir haben prominente politische Verbindungen. Kreml-Chef Wladimir Putin gilt als Fan von Zenit, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan als Anhänger von Başakşehir.

Zuletzt hatte sich Özil öffentlich auch immer häufiger politisch geäußert. 2024 teilte er mehrfach auf Instagram eine Landkarte, auf der Israel durchgestrichen war. Darunter stand: „Palestine“. Noch immer ist auf seinem Profilfoto bei Instagram ein Kind zu sehen, das in Richtung einer Palästina-Flagge blickt.

Im vergangenen Jahr wählten ihn die Parteivertreter in den Vorstand von Erdoğans streng konservativ-islamischer Partei AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung). Die Beziehung zu dem Präsidenten ist eng, seine Kinder dürfen den türkischen Präsidenten sogar „Opa“ nennen.

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