„Würde mich am liebsten mit ihnen prügeln“, sagt Ex-Nationalspieler Petit über die Randalierer
Fußball-Weltmeister Emmanuel Petit hat wütend auf die schweren Unruhen in seinem Land reagiert. In einem bemerkenswerten, rund vier Minuten dauernden Video attackierte der französische Ex-Profi (u. a. Arsenal, Barcelona, Chelsea, Monaco) bei Instagram die gewaltbereiten Extremisten auf den Straßen der französischen Städte: „Am liebsten würde ich auf die Straße gehen und mich mit all diesen kleinen Arschlöchern prügeln.“
Petit, der 1998 mit der französischen Nationalmannschaft Weltmeister und zwei Jahre später Europameister wurde, sagte weiter: „Es fehlen mir die Worte, um auszudrücken, was ich empfinde. Ich verspüre einen tiefen Zorn – tief in mir drin – gegenüber Menschen, die eigentlich so sein sollten wie ich: als Franzosen geboren. Doch der französische Pass scheint ihnen völlig egal zu sein. Ich bin sogar überzeugt, dass sie Frankreich hassen.“
Der 63-malige Nationalspieler, als TV-Experte für seine hitzigen und streitbaren Analysen bekannt, äußerte sein Mitgefühl für die Opfer der Ausschreitungen und für die Einsatzkräfte. Gleichzeitig klagte er die Randalierer an: „Es ist immer das gleiche Vorgehen: Sie treten vermummt auf – denn Feigheit ist das, was sie alle verbindet.“
Am Wochenende war es bei landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten in mehreren Städten zu Straßenschlachten und Plünderungen gekommen. Justizminister Gerald Darmanin teilte mit, von den am Wochenende Festgenommenen säßen 123 Personen in Untersuchungshaft und warteten auf ihren Prozess. Rund 2500 befänden sich zur Vernehmung in Gewahrsam. In mehreren Städten wurden Ausgangssperren, Versammlungs- und Demonstrationsverbote verhängt. Am Samstag werden neue Proteste erwartet.
„Geht dorthin, wo ihr hergekommen seid. Wir brauchen euch nicht“
Petit nahm die Politiker in die Pflicht („Es ist kein Geld da für die Polizei, kein Geld für die Armee, kein Geld für Krankenhäuser, kein Geld für Schulen; es ist für niemanden Geld da – außer für euch, die Politiker“) und richtete einen Appell an alle Franzosen: „Ich bin wie ihr: Ich liebe mein Land. Ich liebe auch alle Ausländer, die mein Land lieben und sich integrieren wollen. Aber alle anderen – angefangen bei den Franzosen, die nicht wollen, dass Frankreich so bleibt, wie es ist – geht dorthin zurück, wo ihr hergekommen seid. Wir brauchen euch nicht.“
Jugendliche zerschlagen in Paris die Schaufensterscheibe eines BekleidungsgeschäftsUnter dem Eindruck der Proteste stehen am heutigen Dienstag und morgigen Mittwoch auch zwei Champions-League-Partien französischer Teilnehmer. Um 21 Uhr kommt es in Paris zum Gipfeltreffen zwischen PSG und dem FC Barcelona (Erster gegen Zweiter). Am Mittwoch empfängt der OSC Lille den türkischen Vertreter Galatasaray (18.45 Uhr). Die Partien sollen wie geplant stattfinden, wie Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez klargemacht hat.
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