„Das ist Angsthasenfußball“ – Gladbachs Trainer findet nach der sechsten Pleite deutliche Worte
Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach hat auch das sechste Ligaspiel der Saison verloren und kommt auch unter dem neuen Trainer Alexander Blessin nicht aus der Krise. Im Kellerduell des Letzten gegen den Vorletzten unterlagen die Fohlen der TSG Hoffenheim zum Abschluss des sechsten Spieltags zu Hause mit 1:2 (0:1). Als einziges Team der Fußball-Bundesliga sind die Gastgeber weiter punktlos.
„Wir müssen weitermachen. Ich weiß, das ist schwer für alle bei der Borussia, aber wir müssen einfach weitermachen und arbeiten für die Punkte“, sagte Kevin Diks. Mönchengladbach ist nach Düsseldorf 1991, Mainz 2020 und Bochum 2022 das vierte Team der Bundesliga-Historie, das nach sechs Spieltagen noch auf den ersten Punkt wartet. Immerhin: Mainz und Bochum schafften am Ende trotzdem den Klassenerhalt.
Mönchengladbachs Trainer wurde am DAZN-Mikrofon deutlicher als sein Spieler: „Wir können viel, viel besser verteidigen. Wir laufen nach, wir blocken nicht. Wir sind nicht am Mann, wir lassen aufdrehen. Wie wir vor dem zweiten Tor verteidigen – das sind Dinge, die mich einfach ärgern“, sagte Alexander Blessin und legte nach: „Was mir natürlich überhaupt nicht gefallen hat: So wie in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit, kriegt man die Fans nicht, wenn wir jeden Pass nach hinten spielen. Das ist Angsthasenfußball. Und das kann nicht sein. Das habe ich den Jungs auch gesagt. Wir müssen über Zweikämpfe reden, über Ballverluste reden, die einfach dumm sind. Und dann müssen wir über das Mutlose reden.“
Für Hoffenheim trafen Bambasé Conté (11. Minute) und Alexander Prass (54.). Wael Mohya (49.) sorgte vor 43.702 Zuschauern im Gladbacher Borussia-Park für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Hoffenheim beendete mit dem zweiten Saisonsieg eine Serie von vier Pflichtspiel-Niederlagen in Folge und machte im Tabellenkeller einen Sprung auf Platz 14.
Conté trifft zur Führung
Im ersten Heimspiel unter Chefcoach Blessin blieb eine schnelle Reaktion der Gladbacher auf das zuletzt verlorene Rheinderby aus. Die Fohlenelf überließ den Gästen aus Sinsheim in den ersten Minuten den Ball und positionierte sich vor dem heimischen Publikum überwiegend in der eigenen Hälfte.
Die frühe Führung: Neu-Nationalspieler Bambasé Conté traf für Hoffenheim zum 1:0Die Hoffenheimer kamen trotz ihrer Spielanteile zunächst nicht gefährlich vor das Gladbacher Gehäuse, ehe der erste Abschluss direkt zum Torerfolg für die Gäste führte. Nach einer schnellen Kombination über den linken Flügel spielte Prass den Ball scharf und flach in den Strafraum. Dort stand Conté goldrichtig und schob per Direktabnahme (11.) zur Führung ein.
Pfeifkonzert zur Pause
Die Hausherren zeigten sich nach dem frühen Schock um eine Antwort bemüht. Ohne sieben Leistungsträger, darunter den erneut verletzten Kapitän Tim Kleindienst, kamen die Gladbacher aber kaum gefährlich vor das Hoffenheimer Tor. Sowohl Isac Lidberg (23.) als auch Diks (24.) versuchten es mit Fernschüssen, diese entschärfte TSG-Schlussmann Oliver Baumann ohne große Probleme.
Zum Ende der ersten Halbzeit wurde Hoffenheim wieder aktiver. Fisnik Asllani setzte einen Freistoß von der Strafraumkante an die Latte (42.) und verpasste das 2:0 nur knapp. Die Gladbacher Fans zeigten sich von dem Auftritt ihres Teams immer unzufriedener und schickten die Fohlenelf mit einem Pfeifkonzert und „Wir wollen euch kämpfen sehen“-Rufen in die Pause.
Leidensfähig: Die Geduld der Gladbacher Fans wird in dieser Saison stark strapaziertAusgleich durch Mohya
Von der Fanreaktion angestachelt, zeigte Mönchengladbach nach dem Seitenwechsel ein anderes Gesicht. Zunächst scheiterte Lidberg aus kurzer Distanz an Baumann (48.), wenige Augenblicke später erzielte Mohya dann den Ausgleich (49.). Der 17-Jährige zog von der linken Strafraumkante in die Mitte und traf sehenswert ins lange Eck.
Seltenes Glück: Nach dem Ausgleich durch Wael Mohya schien Gladbach zurück im SpielMit dem Ausgleich im Rücken zeigten sich die Gastgeber etwas übermotiviert und rückten auf. Hoffenheim nutzte die Räume prompt für schnelle Gegenstöße. Prass schob folgerichtig mit viel Platz zur erneuten Hoffenheimer Führung ein (54.).
Der zweite Rückstand warf Borussia Mönchengladbach aus der Bahn. Hoffenheim hatte durch Hlozek (59./63.) zwei große Gelegenheiten für das dritte Tor. Ein erneutes Aufbäumen von Gladbach gab es nicht mehr, das Team von Trainer Blessin kam nur noch durch Joe Scally (86.) noch zu einer Chance.
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