Nach der 1:6-Klatsche im Bundesliga-Topspiel in München sitzt der Frust bei RB Leipzig tief. „Es war ein komplettes Versagen von uns in allen Bereichen“, schimpfte Sportchef Marcel Schäfer am Sky-Mikrofon nach der auch in der Höhe verdienten Niederlage seiner Fußballer beim FC Bayern. „Du kannst hier in der Allianz Arena verlieren, das wissen wir, das weiß jeder. Aber nicht so“, meinte Trainer Martin Demichelis. „Das Wichtigste ist, unseren Fans ‚Entschuldigung’ zu sagen, die hierhergefahren oder geflogen sind.“

Die Sachsen waren gegen den Rekordmeister dermaßen unterlegen, dass der Vereinssprecher zu Beginn der Pressekonferenz irrtümlicherweise von einer 0:6-Niederlage sprach und den Ehrentreffer in der Nachspielzeit unterschlug.

Vor dem nächsten schwierigen Spiel in der Champions League am Mittwoch bei Real Madrid meinte Demichelis, dass nun vor allem eine Maßnahme gefragt sei. „Von dem Spiel heute gibt es nicht viele gute Dinge mitzunehmen“, sagte der frühere Bayern-Profi. „Deswegen müssen wir alles, was wir heute hier gemacht haben, so schnell wie möglich vergessen.“

Ansage vor Reise zu Real Madrid

Die Leipziger waren den Münchnern eklatant unterlegen und kassierten ein halbes Dutzend Gegentore von Luis Díaz (12. Minute/47./69.), Aleksandar Pavlovic (26.), Michael Olise (34.) und Harry Kane (53.). Dabei war RB-Torhüter Maarten Vandevoordt der mit Abstand beste Gäste-Profi und vereitelte etliche weitere Gegentreffer.

Das 1:6 durch den eingewechselten Andrija Maksimovic (90.+1) war nur noch Ergebniskosmetik für die Leipziger, die in der Partie etwas mehr als sechs Kilometer weniger liefen als die Münchner. Die Bayern kamen am Ende auf 29:12 Torschüsse, 666:414 gespielte Pässe – und 62:38 Prozent Ballbesitz.

Das erkannte auch Schäfer, der einräumen musste: „Wir waren in allen Bereichen einfach komplett unterlegen, wir waren chancenlos. Wir hatten einen außergewöhnlich schlechten Tag heute und die Bayern auch noch einen guten. Dementsprechend muss man sagen, waren wir mit den sechs Toren dann einfach noch gut bedient.“

Der Sportchef kündigte eine harte Analyse an – auch im Hinblick auf die kommende Aufgabe in Madrid: „Heute haben wir gesehen, dass das eine Lehrstunde für uns war, was es bedeutet, auf Weltklasseniveau oder auf Topniveau zu agieren. Und da haben wir sehr, sehr, sehr viel Arbeit vor uns.“

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