„Der Handball hat sich verändert, auch beim Thema Geld“
Freundschaftsduell in der Handball-Bundesliga: Mathias Gidsel gastiert am heutigen Sonntag (15 Uhr/WELT TV und Dyn) mit den Füchsen Berlin in Flensburg, trifft dort auf seinen Freund Simon Pytlick, der im Sommer nach Berlin wechselt.
Im Vorfeld der Partie spricht Welthandballer Gidsel über …
… die Partie in Flensburg: „Die Zuschauer sitzen sehr, sehr eng am Spielfeld. Du hörst alles. Es ist eine der besten Kulissen in ganz Deutschland. Ich glaube, jeder freut sich riesig darauf, dort zu spielen. Und wir Dänen, wegen der Nähe zu unserer Heimat, ganz besonders. Wenn Berlin und Flensburg aufeinandertreffen, spricht fast das ganze Spielfeld Dänisch. Ich spiele dann ja auch gegen einige meiner besten Freunde. Das ist immer besonders.“
… seinen Landsmann Pytlick: „Das Einzige, worüber du dich freust, ist, dass er nächstes Jahr dein Mitspieler und nicht mehr dein Gegner ist. Was er und Aymeric Minne derzeit leisten, ist schon schwierig zu stoppen.“
… gegnerische Fans: „Kein Mensch mag, wenn er ausgepfiffen wird, aber ich weiß ja, warum die Halle gegen mich ist. Dann ist es auch völlig okay. Natürlich wird am Sonntag ein Riesenfokus auf mir liegen. Das mag ich an Flensburg: Im Spiel können sie dir richtig auf die Fresse geben und dich auspfeifen. Aber nach dem Spiel können sie dir auf den Rücken klopfen und sagen: ,Gutes Spiel gemacht!’“
… die Chancen der Füchse: „Wir sind nicht der Top-Favorit, und es spricht nicht so viel dafür, dass es einfach ist, Flensburg zwei Punkte zu klauen.“
… seine eigenen Qualitäten: „Meine Tore sind das eine, aber ich habe auch eine Funktion in der Abwehr, das vergessen die Leute manchmal. Ich habe noch nie so viel am Kreis gearbeitet und Bälle geklaut wie in den letzten drei Spielen. Ich bin so stolz, aber keiner kommentiert es. Natürlich muss ich meine Energie ein wenig anders einteilen. Ich kann nicht 60 Minuten Angriff und Abwehr spielen.“
… die schwankenden Leistungen der Füchse: „Das war ein wenig zu erwarten in diesem Jahr. Aber ich finde, wir haben den Start in die Saison mit unseren Verletzten (Lichtlein und Wiede; Anm. d. Red.) wirklich gut überstanden. Auch unsere Leistung in Magdeburg war trotz Niederlage überragend. Ich finde, wir sind gut. Natürlich haben wir noch Luft nach oben. Ich habe das Gefühl, dass noch fünf Prozent fehlen, dass wir unser Potenzial noch nicht komplett abrufen. Wir brauchen wieder dieses perfekte Spiel, in dem Angriff und Abwehr gut sind.“
… Transferfenster im Handball: „Für mich ist es ein bisschen problematisch, dass wir Verträge drei, vier Jahre im Voraus machen, denn man sieht jetzt bei Johannes Golla, dass immer viel im Leben passieren kann, auch mit deiner Familie. Deshalb brauchen wir eine neue Diskussion darüber, wie wir das in der Zukunft besser lösen können. Denn der Handball hat sich verändert, der Handball hat eine Riesenentwicklung gemacht, auch beim Thema Geld.“
Dieser Text wurde für das Sportkompetenzcenter (WELT, BILD, SPORTBILD) verfasst und erschien zuerst in BILD AM SONNTAG.
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