Teile der Fans von Hajduk Split sind vor dem Conference-League-Spiel gegen Ajax Amsterdam (2:1) mit verachtenswerten Parolen aufgefallen. Auf dem Weg zum Stadion stimmten Fans des kroatischen Erstligaklubs antisemitische Gesänge an und verherrlichten den Nationalsozialismus.

Laut der kroatischen Zeitung „24sata“ skandierten die Ultras unter anderem „Erhebe dich, Adolf“ – angelehnt an Adolf Hitler – und „Auschwitz, Auschwitz“. Auch sei laut dem Bericht darüber gesungen worden, Juden zu verbrennen. Begleitet wurden die Parolen vom Ruf „Los, los, Ustascha“, der dem gleichnamigen pro-nationalsozialistischen Regime gilt, das während des Zweiten Weltkriegs in Kroatien an der Macht war.

Die kroatische Regierung verurteilte die Parolen. „Wir verurteilen aufs Schärfste die inakzeptablen Sprechchöre zur Verherrlichung des Nazi-Regimes, die vor dem heutigen Spiel in Split von einigen Fans aufgenommen wurden“, hieß es in einem Statement auf X. „Ein solch beschämendes Verhalten stellt eine Verleugnung des Sports und der demokratischen Werte dar, für die das moderne Kroatien steht.“

Ähnlich äußerte sich Premierminister Andrej Plenkovic im Rahmen des EU-Gipfels in Brüssel. Präsident Zoran Milanovic schloss sich der Kritik von Plenkovic an. Er bezeichnete die Vorfälle als „inakzeptabel und beschämend“ und forderte mehr „Maßnahmen und Sanktionen“ gegen ein solches Verhalten.

Es würden Ermittlungen durchgeführt, „um diejenigen zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen, die die strafbaren Sprechchöre skandiert haben“, hieß es in dem X-Beitrag. Die Zeitung „Jutarnji list“ berichtete von mehreren Festnahmen.

Spiel stand kurz vor dem Abbruch

Auch während des Spiels fielen die kroatischen Heim-Fans negativ auf. Die Partie stand nach massivem Abbrennen von Pyrotechnik durch die Heim-Fans kurz vor dem Abbruch. In der 77. Minute unterbrach der Schiedsrichter das Spiel wegen der schlechten Sicht und schickte die Mannschaften vom Spielfeld. Erst 15 Minuten später konnte die Begegnung fortgesetzt werden.

Die Fans hüllten das Stadion zeitweise in roten Rauch

Für die Szenen im Stadion entschuldigte sich Hajduk Split in einem Statement bei den eigenen Fans, den Organisatoren der Uefa sowie beim Gegner Ajax Amsterdam. „Hajduk hat alles getan, was es konnte und gemäß den Uefa-Bestimmungen tun musste, doch trotz all unserer Bemühungen ist etwas geschehen, worauf wir nicht stolz sind. Wir sind bereit, als Verein die Verantwortung dafür zu übernehmen“, hieß es in dem Statement. Die Nazi-Parolen wurden darin nicht erwähnt.

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