Sonne, rund 25 Grad und jede Menge Menschen. Samstagnachmittag war viel los in Thessaloniki. Vor allem rund um den Weißen Turm, dem Wahrzeichen der Stadt, ein osmanischer Bau, heute Museum. An der Uferpromenade daneben joggten und spazierten Griechen und Touristen und schauten auf das glitzernde Meer.

Im einige Kilometer entfernt gelegenen Toumba-Stadion hielt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor dem Spiel in der Nations League gegen Griechenland am Sonntag (20.45 Uhr, Liveticker bei WELT und RTL) seine vor Partien übliche Pressekonferenz ab. Bundestrainer Jürgen Klopp und Mittelfeldprofi Aleksandar Pavlović saßen auf dem Podium. Nach dem 0:1 gegen die Griechen im Hinspiel vor einer Woche in Augsburg brennen die Deutschen auf Revanche.

„Wir freuen uns sehr auf das Spiel. Wir haben Bock!“, sagte Pavlović. Der Jungprofi vom FC Bayern wurde nach seiner starken Leistung beim 2:0 gegen Serbien am vergangenen Donnerstag in München sehr gelobt. Er spielte für Kapitän Joshua Kimmich, den der neue Bundestrainer Jürgen Klopp in dieser zweiten Woche seiner ersten Länderspielreise schont, Kimmich hat frei.

„Ich mag es, das Spiel vor mir zu haben. Ich will dem Team mit meinen Qualitäten helfen“, sagte Pavlović. „Defensiv voll pressen, in die Zweikämpfe gehen – so will ich der Mannschaft helfen.“

Aleksandar Pavlović darf wieder von Anfang an spielen

Samstagabend zeigten Klopp und sein Trainerteam die Videobilder aus dem Hinspiel. Er fordert zum Abschluss des Power-Programms mit vier Nations-League-Spielen in zehn Tagen noch einmal den totalen Fokus. Ein Sieg würde die Aussichten auf einen Einzug ins Viertelfinale deutlich erhöhen. Deutschland belegt in Gruppe zwei mit vier Punkten hinter Griechenland (sieben) und den Niederlanden (fünf) nur Platz drei.

Eine weitere Niederlage gegen den Tabellenführer, der den Ausfall des verletzten Topstürmers Christos Tzolis vom FC Arsenal verkraften muss, wäre in Bezug auf die Tabelle fatal. Es ist eine herausfordernde Prüfung im rund 28.000 Zuschauer fassenden Stadion des griechischen Topklubs PAOK Saloniki.

Wer spielen wird, wie viele Debütanten es geben wird, das wollte Klopp nicht verraten. Nur so viel: Pavlović werde es schwer haben, sich aus der Mannschaft zu quatschen, sagte der Trainer vor der Pressekonferenz lachend zu dem Spieler. Auch wer Kapitän sein wird, verriet Klopp nicht. Die meisten Länderspiele im aktuellen Kader hat Florian Wirtz vom FC Liverpool (47 Partien).

Klarer wurde Klopp bei der Torhüter-Frage. In den ersten drei Partien kamen drei verschiedene zum Einsatz: Marc-André ter Stegen beim 1:1 in Amsterdam, Alexander Nübel beim 0:1 im ersten Duell mit den Griechen und Jonas Urbig bei seinem Debüt-Sieg in München. Die Trainingseindrücke deuteten auf das erste Länderspiel des Augsburgers Finn Dahmen hin. Debütieren könnte auch der Frankfurter Noah Atubolu. Doch es wird diesmal wohl keinen Torwart-Wechsel geben.

Torwart Jonas Urbig spielt wohl auch gegen Griechenland

„Es sieht im Moment nicht so aus, dass wir tauschen“, sagte Klopp Samstagabend zunächst und führte auf Nachfrage dann aus. Urbig habe im Gegensatz zu den anderen beiden Torhütern zuletzt im Klub nicht regelmäßig gespielt, deshalb bekommt er das Spiel. „In dem Bereich werden sich keine Probleme auftun. Die haben alle überragend gehalten im Training und deshalb ist das gut, dass wir das so machen können.“

Klopp sagte aber auch: „Alle unsere Torhüter haben einen Top-Eindruck gemacht. Es hat mit Nummer-eins-Status nichts zu tun. Normalerweise kriegen die Spieler woanders Spielpraxis, bei uns gibt es dafür die Nationalmannschaft.“ Dahmen hätte dann als einziger Torhüter dieser Länderspielreise, der die ganze Zeit über dabei war, kein Spiel absolviert.

In der Offensive wird Klopp eine Veränderung vornehmen müssen. Für den abgereisten Serge Gnabry könnte dessen Kollege Lennart Karl vom FC Bayern auf dem rechten Flügel beginnen. Der Freiburger Derry Scherhant hat sich gegen die Serben mit Tempo und Offensivdrang für einen zweiten Einsatz empfohlen.

Im Sturmzentrum war Nick Woltemade auch ohne Tor gut ins Zusammenspiel mit dem Mittelfeld um Wirtz eingebunden. Die Alternative wäre der Frankfurter Jonathan Burkardt.

„Wir wollen eine Mannschaft auf den Platz bringen, die eine Chance hat, das Spiel zu gewinnen“, so Klopp. „Eine große und wirkliche Chance. Wie viele Wechsel wir dafür brauchen, müssen wir gucken. Wenn man ganz ehrlich ist, hätten alle Spieler im Camp verdient, zu spielen.“

Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren über den FC Bayern, die Nationalmannschaft sowie über Fitness-Themen. Klopp ist der vierte Bundestrainer, den er als Nationalelf-Reporter erlebt. In Griechenland wird Wolff Sonntag auf der Medientribüne sitzen.

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