Cristiano Ronaldo ist derzeit ein leichtes Ziel. Wohl auch deswegen erlaubte sich der finnische Nationaltrainer einen frechen Seitenhieb in Richtung des Superstars. Nach Ronaldos aufsehenerregendem Abgang von der portugiesischen Nationalmannschaft machte nun Jacob Friis auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Albanien an diesem Samstag einen Witz auf Ronaldos Kosten. Den fand auf der Pressekonferenz allerdings niemand so recht lustig.

Friis sagte mit Blick auf seinen Kader: „Gestern ist keiner der Spieler mit einem Privatflugzeug abgereist, also sind alle einsatzbereit. Ich habe also die Qual der Wahl.“ Der Däne glaubte, mit seinem Gag für einen Schenkelklopfer gesorgt zu haben. Doch es blieb ruhig im Saal. „Habt ihr den Witz zu Beginn nicht verstanden?“, fragte er die Reporter am Schluss der Veranstaltung. Als einer bejahte, machte sich Friis scherzend darüber lustig, wie typisch finnisch eine solche (Nicht)-Reaktion sei: „Da kam absolut nichts. Ihr habt mich wie einen verdammten Idioten aussehen lassen!“

Hintergrund: Am Mittwochabend hatte Ronaldo das Portugal-Camp frustriert vorzeitig verlassen und reiste in einem Privatflieger ab. Nachdem der 41-Jährige beim 2:1 gegen Norwegen 90 Minuten lang auf der Bank geschmort hatte, erklärte Trainer Jorge Jesus vor dem Spiel in Dänemark, dass erneut Sturm-Konkurrent Gonçalo Ramos in der Startelf stehen würde. Für Ronaldo offenbar eine Beleidigung.

Finnlands Nationaltrainer Friis

Seine überraschende Abreise aus dem Nationalmannschafts-Camp machte der Stürmer persönlich bei Instagram öffentlich: „Nach der Pressekonferenz des Nationaltrainers und im Anschluss an ein Gespräch mit dem Präsidenten des portugiesischen Fußballverbands habe ich die Entscheidung getroffen, das Trainingslager der Nationalmannschaft zu verlassen.“ Er werde die Öffentlichkeit „zu gegebener Zeit die Wahrheit über die Hintergründe“ wissen lassen.

Cristiano Ronaldos Abgang schlägt hohe Wellen

Portugals Nationaltrainer Jesus hatte sein Vorgehen im Eklat um den abgereisten Ronaldo verteidigt. Er habe völlig reinen Gewissens gehandelt, sagte der Coach. „Es gibt Spieler mit einem besonderen Status, aber die Regeln gelten für alle gleich. Das habe ich während meiner gesamten Karriere so gesehen und daran werde ich auch festhalten“, sagte Jesus.

Ronaldos Abgang von der portugiesischen Nationalmannschaft schlägt jedenfalls hohe Wellen in der Fußballwelt. Politiker, Starmoderatoren und Fußballlegenden meldeten sich zu Wort, und sportlich scheint die Entscheidung erst einmal Früchte getragen zu haben. Am Donnerstag gewann Portugal mit 4:2 in Dänemark. Auch in Norwegen hatte Portugal ohne Ronaldo mit 2:1 triumphiert.

Der anstelle des egozentrischen Superstars aufgebotene Ramos traf sowohl in Norwegen als auch beim Erfolg über Dänemark: In Oslo erzielte er das 2:1-Siegtor, in Kopenhagen den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1. Zudem bereitete Ramos im Duell mit den Dänen das Tor von Joao Cancelo zum 1:0 vor. Am Sonntag spielt das Team in Porto wieder gegen Norwegen.

Portugals Verbandspräsident Pedro Proença möchte nun ein Treffen zwischen Ronaldo und Jorge Jesus arrangieren und zwischen den beiden vermitteln. Das berichtet ebenfalls „Correio da Manhã“. Proenças Ziel ist demnach, dass der fünfmalige Weltfußballer wieder für die Nationalmannschaft spielt.

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